Aachen - Gerangel ums Sortiment in den Aachen-Arkaden

Gerangel ums Sortiment in den Aachen-Arkaden

Von: Stephan Mohne
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Mehr Textilien in den Aachen-Arkaden? Die Politik berät diese Woche über eine vom Betreiber gewünschte Sortimentsänderung. Foto: Krömer

Aachen. Heftig umstritten waren Ende 2008 die von den Betreibern der Aachen-Arkaden gewünschten Änderungen der maximalen Flächengrößen für bestimmte Sortimente. Dafür muss auch der Bebauungsplan umgeschrieben werden. Jetzt - nach der Analyse eines Gutachtens - plädiert die Verwaltung dafür, dem Hausherren TCN entgegenzukommen und ihm mehr Raum für Dinge wie Textilien einzuräumen.

Über dieses „Ja” haben sich die Politiker intern in ihren Fraktionen die Köpfe zerbrochen. Ergebnis: Alles ist offen, es gibt verschiedenste Standpunkte.

Ob es am Mittwoch in der Bezirksvertretung Mitte, am Donnerstag im Planungsausschuss und kommende Woche im Rat eine Entscheidung geben wird - und wenn ja, wie sie ausfällt - ist unklar.

Erhöht werden sollen die maximalen Verkaufsflächen im Bereich Bekleidung und Textilien von 5600 auf 7700 Quadratmeter, im Bereich Schuhe und Lederwaren von 1600 auf 1850 Quadratmeter sowie im Bereich Bücher und Schreibwaren von 600 auf 1300 Quadratmeter.

Ursprünglich hatten die Macher der Arkaden mehr Platz für Lebensmittel und Elektronikartikel geplant. Ersteres klappte zum Beispiel wegen des neuen Hirsch-Centers nicht.

Die Gesamtverkaufsfläche von 16.000 Quadratmetern soll sich allerdings nicht verändern. Die Aachen-Arkaden hatten seit Oktober einen eher schwachen Start hingelegt.

Dennoch und nach Durchsicht des von TCN vorgelegten Gutachtens zur Verträglichkeit der Sortimentsänderung gibt es heftige Kritik an dem Ansinnen seitens der IHK und seitens des Einzelhandelsverbandes.

Erhebliche Bedenken

Beide Institutionen äußern „erhebliche Bedenken”. Sie befürchten schwerwiegende negative Folgen auf den Handel in der Innenstadt. Dem widerspricht die Verwaltung.

Seitens der SPD hieß es, man werde die Änderungen mittragen: „Wir werden uns jedenfalls nachher nicht die Schuld geben lassen, wenn das Konzept der Aachen-Arkaden letztlich nicht aufgehen sollte”, so Fraktionssprecher Claus Haase.

Die Grünen waren von jeher gegen das Einkaufszentrum und sind deswegen prinzipiell auch gegen eine Änderung. Als „Totengräber” des Projekts wollen aber auch sie sich am Ende nicht beschimpfen lassen. Also: Sie enthalten sich.

Die FDP-Fraktion hat sich klar entschieden und sagt Nein zu dem Ansinnen. Es müsse einen „klaren ordnungspolitischen Rahmen geben”.

Und: „Man kann nicht nach einem halben Jahr die Pferde wechseln und dabei andere Maßstäbe ansetzen als bei anderen Bauherren in der Innenstadt”, sagt Wilhelm Helg.

Und die CDU? „Wir sind gerne bereit, dem Investor unsere Zusammenarbeit anzubieten”, erklärt Fraktionschef Harald Baal. Aber: Die Christdemokraten knüpfen daran Bedingungen.

Zum einen müsse es eine Lösung für das „als ungünstig und teuer kritisierte Parkplatzangebot” geben. Zum anderen will die CDU wissen, „welche potenziellen Mieter der Investor denn für den Fall einer Sortimentsänderung in der Pipeline hat”.

Ob TCN beide Bedingungen binnen einer Woche erfüllen kann, ist allerdings fraglich. Wenn nicht, würde in den Arkaden vorerst alles beim Alten bleiben müssen.
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