Geplantes Steinkohlekraftwerk: Übler Klimakiller oder nicht?

Von: Joachim Rubner
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Aachen. Die Greenpeace-Gruppe Aachen fordert die Verantwortlichen in Stadt und Kreis Aachen auf, sich dafür einzusetzen, dass das geplante Steinkohlekraftwerk in Krefeld-Uerdingen nicht gebaut wird.

Nach Gesprächen mit der Geschäftsführung der Stawag, die erfolglos verliefen, hat sich Greenpeace Aachen jetzt per Brief an die Politiker gewandt: Die Parteien im Stadtrat, ihre Fraktionen und die OB-Kandidaten werden aufgefordert, sich für einen Verzicht der Stawag an der Beteiligung am geplanten Kohlekraftwerk in Krefeld einzusetzen.

„Da die Stawag im Besitz der Stadt Aachen ist, beteiligt sich Aachen mit dem Kohlekraftwerks-Neubau an der Fortführung einer klimaschädlichen Energiepolitik - und das als Mitglied des Klimabündnisses”, ärgert sich Dr. Karl Wehrens, Sprecher der Greenpeace Gruppe Aachen.

Angesichts der immer dramatischer werdenden Prognosen zum Klimawandel habe sich die Bundesregierung auf eine Reduktion der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2020 verpflichtet.

„Vor allem der Neubau von Kohlekraftwerken macht eine Einhaltung dieser Reduktionsziele unrealistisch. Daran ändern auch ein höherer Wirkungsgrad und die Abschaltung von Altanlagen nichts”, sagt Wehrens. Mit diesem Kraftwerksneubau würde für 40 bis 50 Jahre eine nicht-nachhaltige Weichenstellung für fossile Energieträger getroffen. Über die Positionierung der Aachener Politiker zum neuen Kohlekraftwerk will Greenpeace Aachen noch vor den Wahlen informieren - so auf www.greenpeace.de/aachen.

Dem widerspricht die Stawag vehement: „Klimaschutz bedarf größtmöglicher Anstrengungen, und wir stellen uns diesen Herausforderungen”, sagt Eva Wussing, Sprecherin der Stawag. Die Stawag setze schon seit vielen Jahren auf verschiedene Klimaschutzmaßnahmen.

Zu nennen seien unter anderem die Energieberatung für Stawag-Kunden, die Förderprogramme zum Bau von Solaranlagen, die energetische Modernisierung von Gebäuden und ähnliche Dinge. Alleine in diesem Jahr werde die Stawag sechs Megawatt Solarstrom-Anlagen neu bauen und sich an einem Offshore-Windpark in der Nordsee beteiligen.

„Mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 46 Prozent hat es bereits einen außergewöhnlich hohen Wirkungsgrad.” Durch eine Dampfauskopplung für nahe gelegene Industriebetriebe werde der Wirkungsgrad des Kraftwerks technisch auf über 60 Prozent gesteigert. Das Kraftwerk in Krefeld werde herkömmliche, ineffiziente Anlagen verdrängen und dadurch alles in allem ungefähr 1,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden.
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