Aachen - Generalvikariat: Bistum startet Architekturwettbewerb

Generalvikariat: Bistum startet Architekturwettbewerb

Von: Robert Esser
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Bald schöner und sparsamer: Das Generalvikariat am Klosterplatz neben dem Dom soll umfassend saniert werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist weder schick noch schön – und verschleudert Unsummen Energie. Das Aachener Generalvikariat im Schatten des Doms ist ein Sanierungsfall. Daran besteht kein Zweifel.

Seit Jahren plant die Bistumsleitung die Modernisierung des wuchtigen, mehrgeschossigen Betonquaders und seiner niedrigeren Pavillons, die bis zur Dominformation an der Johannes-Paul-II.-Straße reichen. Diese sollten gemäß eines früheren Umbaukonzepts aufgestockt werden. Das ist endgültig vom Tisch. Stattdessen beginnt nun ein Architekturwettbewerb – vor allem wegen der neu zu gestaltenden Fassade des Gebäudekomplexes.

„Da es sich um ein stadtbildprägendes Gebäude im direkten Umfeld des Aachener Doms handelt, hat das Vorhaben eine für die Innenstadt übergeordnete stadträumliche Bedeutung“, erklärte Bistumssprecher Franz Kretsch-mann am Mittwoch. „Das Bistum führt daher in enger Abstimmung mit der Stadt Aachen einen Wettbewerb durch, um die hohen gestalterischen Qualitäten sicherzustellen.“ Zweck des Wettbewerbs sei, alternative Lösungsvorschläge zu erhalten und ein Architekturbüro als Auftragnehmer für die Planungs- und Ausführungsleistung zu ermitteln, teilte das Bistum am Mittwoch mit.

Dabei geht es nicht nur um eine moderne Fassade, die sich harmonisch ins Domviertel einfügt. Auch die Büro-Situation soll auf 7496 Quadratmetern für 170 Arbeitsplätze neu strukturiert werden. Zudem muss die bestehende Gebäudesubstanz energetisch und brandschutztechnisch aktuellen Anforderungen angepasst werden – eine Mammutaufgabe.

Der Architekturwettbewerb ist nicht offen. Eingeladen wurden die Büros gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Aachen), Hahn Helten + Assoziierte (Aachen), Kada Wittfeld Architekten (Aachen), RKW Architektur und Städtebau (Düsseldorf), Schilling Architekten (Köln) und Gatermann + Schossig (Köln). Die Betreuung des Wettbewerbsverfahrens liegt in der Hand von Hausmann Architekten GbR, Aachen.

Schon im kommenden Dezember will ein eigens einberufenes Preisgericht die Vorschläge der renommierten Architekturbüros beurteilen. Mitglieder des Preisgerichts sind FH-Professor Horst Fischer, die Professorin Annette Hillebrandt (Bergische Universität Wuppertal), Baudezernentin Gisela Nacken, Joachim Eich, Hauptabteilungsleiter für Finanzen und Bauwesen im Bistum Aachen, sowie Dombaumeister Helmut Maintz. Eine Preisrichtervorbesprechung und ein Kolloquium mit den teilnehmenden Architekturbüros fanden bereits statt.

Schon kommendes Jahr könnte mit dem Umbau begonnen werden. Diözesankirchensteuerrat und Bistumsleitung haben in den vergangenen Jahren Rücklagen für die Sanierungsmaßnahme gebildet. Zusätzlich fließen Mittel aus dem aktuellen Budget.

Man rechnet mit Gesamtkosten von rund 13,4 Millionen Euro (eingerechnet sind die vorübergehende Unterbringung von Mitarbeitern in anderen Räumlichkeiten sowie Sanierungsmaßnahmen in den Verwaltungsgebäuden Bendelstraße/Jakobstraße) – und man rechnet mit einer erheblichen Aufwertung des Domviertels.

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