Genauer Blick auf eine andere Seite des Couvens-Werks

Von: Gerhard W. Kluth
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Vaals. Das Jahr 2013 steht in der Region ganz im Zeichen des Architekten Johann Joseph Couven, dessen wirkungsvolles Leben vor 250 Jahren endete. Seine Aktivitäten reichten weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus und man kann bis heute hin viele Zeugnisse seiner Arbeiten finden. Manches ist sehr augenfällig, man kann nicht daran vorbei sehen.

Bei manchem aber muss man schon einen zweiten Blick tun, um es zu bemerken. Und es gibt auch Dinge, die normaler Weise weggeschlossen, die nicht für Jedermann zugänglich sind.

Genau um diese Dinge geht es derzeit in „De Kopermolen“ in Vaals. Die endgültigen Untersuchungen zur historischen Bedeutung des Gebäudes an sich und seiner Innenausstattung sind noch nicht abgeschlossen. Fest steht aber, dass die Kanzel der ehemaligen lutherischen Kirche von Couven entworfen wurde.

Die Stiftung „de Kopermolen“ hat in liebevoller Kleinarbeit eine Ausstellung zusammen getragen, in der sie mit Dokumenten, Bildern und anderen Exponaten die Geschichte dieses „Haus der Lutheraner“ nachvollziehbar macht und sich damit am euregionalen Kulturprojekt beteiligt. Bei der Vernissage gab Anjo Petit, der für die Ausstellung federführend verantwortlich zeichnet, viele Einblicke in eine äußerst interessante Geschichte, die auch immer wieder Bezüge zur großen Nachbarstadt hatte.

So belegt er mit Dokumenten, dass das Gebäude für die lutherischen Christen erbaut wurde, weil diesen im katholischen Aachen die Feier ihres Gottesdienstes nicht gestattet wurde. Die Auflage aber war, dass man von Außen nicht erkennen durfte, dass es sich bei dem Bauwerk um eine Kirche handelt. Aus verschiedenen Museen hat die Stiftung Exponate als Leihgaben erhalten, etwa originale Abendmahlsgeräte, die in der Kirche ausgestellt sind. Über Fotos aus teilweise sehr ungewöhnlichen Perspektiven bekommt der Besucher einen Blick für manchmal verborgene Schönheiten, an denen das Auge nur all zu schnell vorbei huscht.

Deutlich war in der Ansprache des Vorsitzenden der Stiftung, André Stolwijk, und auch im Grußwort durch Bürgermeister Reg van Loo der Stolz der Vaalser auf diese Gebäude spürbar. Es erinnert an große Zeiten, in denen, so Stolwijk, in dieser kleinen Stadt fünf verschiedene christliche Kirchen und eine Synagoge standen. Umrahmt wurde die Vernissage von Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge aus der Lautensuite g-Moll, BWV 995. Auf sichere Art Interpretiert wurden die beiden Sätze durch die junge Gitarristin Gabriele Davis.

Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 12. Januar täglich, außer montags, von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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