Genau so bunt wie das ganze Ostviertel

Von: Svenja Pesch
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Sie freuen sich auf die nächsten Jahre: die Kinder und das Team mit Leiterin Steffi Dautzenberg (rechts) und deren Vertreterin Anja Mathar (sitzend links). Foto: Andreas Herrmann
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Sucht ehrenamtliche Helfer – zum Beispiel eine „Vorlese-Oma“ – für ihre Einrichtung: Leiterin Steffi Dautzenberg. Foto: Herrmann

Aachen. Das alte Schild mit der Aufschrift „Montessori Kinderhaus St. Fronleichnam“ hat Stefanie Dautzenberg gut sichtbar in ihrem Büro platziert. Die Leiterin der Einrichtung hat – wenig überraschend – die Gründung des Hauses vor 60 Jahren nicht miterlebt, dennoch ist sie stolz, hier seit 26 Jahren tätig zu sein.

Denn das Montessori Kinderhaus St. Fronleichnam ist nicht nur das erste und älteste Montessorihaus in Aachen, sondern mit Sicherheit auch eines der buntesten. Umso mehr freuten sich die 16 Mitarbeiter und Kinder, dass sie gemeinsam ein tolles Fest anlässlich des 60. Bestehens feiern konnten.

„Damals, 1957, platzte die Gelbe Kaserne hier im Ostviertel aus allen Nähten. Es gab vier Gruppen und man benötigte dringend neue Unterbringungsmöglichkeiten. So ist das Gebäude in der Schleswigstraße gebaut worden – das erste Montessorihaus wurde gegründet“, erzählt Dautzenberg.

80 Kinder aus 18 Nationen

Heute besuchen 80 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren den Kindergarten. Als anerkannter Sprach- und Bewegungskindergarten achten die Erzieherinnen und Erzieher darauf, dass die Kleinen in ihrer Entwicklung optimal gefördert werden. „Der Alltag mit den Kindern ist bunt. Sie stammen aus 18 verschiedenen Nationalitäten. Und so bunt wie das Ostviertel selbst ist auch das Leben bei uns“, ergänzt Dautzenberg. Ihre Stellvertreterin Anja Mathar ergänzt. „Wir sind eine katholische Einrichtung, aber die Jungen und Mädchen haben unterschiedliche Glaubensrichtungen. Ab und an kommt es zwar mal zu kleineren Problemen, aber generell verstehen sich alle super. Wir gehen zum Beispiel jedes Jahr an Sankt Martin mit den Gruppen in die Kirche, was allen gefällt.“

Sanierungsstau

Auch das traditionelle Sommerfest, das immer unter einem anderen Motto steht, findet bei Eltern und Kindern großen Zuspruch. Dieses Jahr dreht sich alles um Bewegung und Ernährung. Klar ist, bei so viel Trubel kann auch mal etwas kaputtgehen. Für Dautzenberg und Mathar leider keine Seltenheit. „Da das Haus schon 60 Jahre alt ist, gibt es natürlich einige Dinge, die repariert oder erneuert werden müssen. Denn seit dem kleinen Umbau vor fünf Jahren, als wir Platz für eine weitere Gruppe für die ganz Kleinen brauchten, ist nichts passiert“, erklärt Mathar.

Viel mehr als materielle Dinge wünschen sich die beiden aber vor allem Zeit, wie Dautzenberg betont. „Es wäre toll, wenn sich in Zukunft jemand findet, der Lust hat, seine Zeit mit den Kindern zu verbringen und ihnen vorzulesen. Wir hatten bis letztes Jahr noch eine Vorlese-Oma, die aber leider nicht mehr zu uns kommt. Überhaupt freuen wir uns über interessierte Leute, die Zeit und Motivation haben, den Kindern spannende Dinge zu erklären oder zu zeigen.“

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