Gemeinsamer Protest für getrennte Wege

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
demobild
„Hände weg von unsere Schule”: Rund 300 Schüler, Lehrer und Eltern demonstrierten gestern auf dem Aachener Markt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein wenig widersprüchlich wirkt das auf Beobachter zuweilen schon: Rund 300 Schüler, Lehrer und Eltern von Geschwister-Scholl-Gymnasium, Hauptschule Aretzstraße und Hugo-Junkers-Realschule haben am Montag nämlich gemeinsam auf dem Aachener Markt dafür demonstriert, künftig möglichst wenig miteinander zu tun zu haben.

Der Protest gilt dem politischen Willen von SPD, Grünen, CDU und Linken, anstelle der drei getrennten Schulformen im Ostviertel eine neue Gesamtschule aufzubauen. So befürchten Gymnasiasten etwa, dass ihr Schulklima durch leistungsschwache Schüler-Neuzugänge leidet. Real- und Hauptschulen bezweifeln indes, dass die Integration vieler ausländischer und die Förderung schwächerer Schüler in einer dann viel größeren Gesamtschule leidet.

1730 Schüler und 115 Lehrer zählen die drei Bildungseinrichtungen laut GSG-Schülersprecherin Judith Leuner derzeit. „Noch gibt es ein faires Verhältnis zwischen Klassengröße und Lehrerstellen”, ruft sie durch das Megaphon. „Außerdem muss doch auch jeder Jugendliche in Aachen-Ost die Chance haben, ohne lange Schulwege ein Gymnasium besuchen zu können!”

Die Unterstützung der Schulkameraden - am ersten Tag der Osterferien - ist unüberhörbar: Sofort schallen „GSG, GSG”-Schlachtrufe über den Marktplatz. Leuner und ihre 17-jährige Amtskollegin Santana Reichhold von der Hugo-Junkers-Realschule betonen, dass „hier alle Schüler mit Migrationshintergrund vollständig integriert sind”.

Natürlich habe man projektbezogene Kooperationen, nicht nur bei einer Tanz-AG, ausbauen wollen. So sei das noch eine Woche vor dem politischen Paukenschlag mit Schuldezernent Wolfgang Rombey abgesprochen worden, sagt GSG-Schulleiter Klaus Becker. „Aber es war nie davon die Rede, dass die Eigenständigkeit der Schulen aufgegeben werden soll”, ärgert sich Becker.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert