Gemeinsam musizieren mit den Straßenkindern Perus

Von: André Schaefer
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Wird ab September für ein Jahr in Peru als Instrumentallehrer arbeiten: Armin Waffenschmidt. Foto: André Schaefer

Aachen. Im Grunde stehen Armin Waffenschmidt so ziemlich alle Türen offen. Der 18-Jährige ist seit einigen Wochen frischgebackener Abiturient. Abschlussnote: 1,2. Um einen Studienplatz muss sich der gebürtige Aachener keine Sorgen machen. Doch den Hörsaal wird er nicht betreten.

Zumindest noch nicht. Stattdessen steigt Armin Waffenschmidt am 4. September ins Flugzeug. Das Ziel: Peru. Genauer gesagt Perus zweitgrößter Ballungsraum Trujillo. Dort, wo andere an der Pazifikküste Urlaub machen, wird Armin Waffenschmidt zwölf Monate lang ein freiwilliges soziales Jahr als Instrumentallehrer absolvieren.

Seine Zelte wird der 18-Jährige in der 500 Kilometer nördlich von Lima liegenden Musikschule „Arpegio“ aufschlagen. Vor neun Jahren entstand dort eine der bis heute wichtigsten Anlaufstellen für peruanische Kinder der Region. Während in den Außenbezirken der Stadt, den sogenannten Nùcelos, vorwiegend Armut und Kriminalität den Tagesablauf der Kinder bestimmen, lernen sie in der Musikschule „Arpegio“ das gesellschaftliche Leben kennen. Mithilfe der Musik soll ihre persönliche Entwicklung gefördert werden, so das Ziel der Musikschule.

Voraussetzungen erfüllt

„Ich stand nach dem Abitur vor der Frage, was danach kommt. Als ich von dem Projekt hörte, wusste ich sofort, dass ich das machen möchte. Ich will meinen Teil zu diesem Konzept beitragen“, sagt Armin.

Der 18-Jährige passt quasi blendend in das Anforderungsprofil, das die rund 15 Musiklehrer vor Ort vorweisen sollten: Seit knapp sechs Jahren spielt Armin Klavier, seit fünf Jahren zusätzlich Kontrabass. In verschiedenen Orchestern und Musikgruppen hat er die nötigen Erfahrungen sammeln können. „Mich reizt vor allem der Aspekt, mit Kindern zu arbeiten, für die es nicht selbstverständlich ist, ein Musikinstrument zu erlernen“, sagt er.

Dass das peruanische Klima und die Lage an der Küste zumindest theoretisch beste Bedingungen schaffen für einen erholsamen Urlaub, weiß Armin. Doch die große Entspannung und Erholung erwartet der Aachener nicht. „Ich habe mir sagen lassen, dass dort von morgens bis abends Unterricht gegeben wird und das Projekt generell sehr stressig sei. Selbst an Wochenenden werde ich wohl nur selten frei haben“, sagt er. „Ich weiß, was mich erwartet.“

Losgehen könnte es im Grunde schon jetzt für den jungen Aachener. Einen intensiven Spanischkurs hat er erst kürzlich erfolgreich abgeschlossen. Das Ticket für den Flug ist gebucht. Was noch fehlt: Spenden für seinen Aufenthalt. Denn der Freiwilligendienst wird zwar durch das „Weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert, allerdings nur teilweise finanziert.

„Jeder Freiwillige verpflichtet sich, einen Unterstützerkreis aufzubauen. Wenn möglich, sollte durch diesen Unterstützerkreis eine Summe von 3000 Euro zusammenkommen“, erklärt der 18-Jährige. Verwaltet werden die Spendengelder später von der Trägerorganisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.“, die die notwendigen Versicherungs-, Reise- und Betreuungskosten übernimmt. Bis September wirbt Armin weiter für Spenden, ehe die Musik für den Aachener dann vorerst in Peru spielt.

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