Gemeindetalkshow: Über Reisen, Tod und Theater

Von: Jari Wieschmann
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Treffpunkt Sofa, im Gemeinschaftsraum der Pfarrkirche St. Gregorius: Die Moderatoren Till Schüler, Constanze Schneider und Christian Mourad (stehend von links) hatten diesmal Dr. Petra Bauer, Tom Hirtz und Veronika Schönhofer-Nellessen zu Gast. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zweimal im Jahr wird das legendäre Mobiliar aus der tiefsten Ecke hervorgeholt: Das Sofa-Team hatte jetzt zur 57. Ausgabe der Gemeindetalkshow in den Gemeinschaftsraum der Pfarrkirche St. Gregorius geladen – und drei Gäste erzählten über das Reisen, das Sterben und die Faszination des Theaters.

Neben Dr. Petra Bauer, Geografin und Namibia-Reisende, waren dies Veronika Schönhofer-Nellessen, Geschäftsführerin des Vereins Palliatives Netzwerk für die Region Aachen, sowie Tom Hirtz, Intendant des Das Da Theaters.

Im Gespräch mit Till Schüler erzählte Dr. Petra Bauer, warum das Pfarrbüro, in dem sie arbeitet, nun zu einer Art Reiseagentur geworden ist. „Gregor reist“ heißt die neue Idee, die eine Gruppe im März erstmals für 17 Tage nach Namibia führte. Über das südliche Afrika hatte die Tourismus-Expertin ihre Doktorarbeit geschrieben und hierfür viel Zeit in Namibia verbracht. Ihre Tochter Laura knüpfte nun über ein soziales Jahr den Kontakt zu einem Waisenhaus in Windhoeck, was Bauer wiederum dazu motivierte, das Reiseprojekt innerhalb der Gemeinde in Angriff zu nehmen.

Der Erfolg gab ihr Recht. Nicht nur, dass eine Neuauflage aufgrund der großen Nachfrage für 2016 bereits fest eingeplant ist: Über den Aufenthalt hinaus, und weil die Situation vor Ort so schwierig ist, hat Petra Bauer jeden Verein „Wadadee cares“ (Es geht alle an) gegründet, der sich ausschließlich für die Unterstützung des Waisenhauses einsetzt. Im Juli sollen die ersten Spendengelder in Höhe von 2500 Euro für einen neuen Spielplatz und die Erneuerung der Küche aufgewendet werden.

„Gregor reist“ soll ebenfalls weitergehen und zudem auch andere Ziele ins Programm nehmen. „Wer einen Vorschlag hat, kann sich gerne bei mir im Pfarrbüro melden“, so Petra Bauer.

Lob für Aachener Strukturen

Der Übergang zum nächsten Thema gestaltete sich für Constanze Schneider vom Sofa-Team nicht ganz so leicht, doch Veronika Schönhofer-Nellessen sprach über das sensible Thema Sterben in einer Weise, die es jedem Interviewer leicht macht. Im Mittelpunkt stand die Hospizarbeit, die Menschen am Ende ihres Lebens begleitet.

„In Aachen sind die Strukturen so gut, dass 30 Prozent der Menschen unter anderem durch Home-Care-Teams in den eigenen vier Wänden betreut werden“, so die Geschäftsführerin des Vereins Palliatives Netzwerk für die Region Aachen. Ein starkes Netzwerk lebe vor allem von seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die in einem einjährigen Befähigungskurs auf die Aufgaben vorbereitet werden.

Mit Tom Hirtz nahm am Ende des Abends dann noch ein erfahrener Theater-Macher auf dem Sofa Platz. Im Gespräch mit Christian Mourad schlug er einen großen Bogen von den Anfängen („Freie Theaterszene heißt vor allem, frei von Sicherheit“) bis zur aktuellen Situation des Theaters, das sich an der Liebigstraße innerhalb der vergangenen 20 Jahre auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern entwickelt habe.

Besonders wichtig sei der Bereich des Kinder- und Jugendtheaters und das Theaterpädagogische Zentrum. Momentan sei zudem mit Peter Pan ein inklusives Theaterprojekt in Arbeit, das im Juni Premiere haben werde. Der nächste Termin der Gemeindetalkshow wurde auch schon bekannt gegeben; es wird der 19. Oktober sein.

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