Aachen - Gelungener Spagat zwischen Tradition und Neuorientierung

Gelungener Spagat zwischen Tradition und Neuorientierung

Von: Hans-Peter Leisten
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Keine Zukunftssorgen: Der Burtscheider TV und sein Vorsitzender Wilfried Braunsdorf (links) setzt auf die Jugendarbeit. Vor kurzem konnte das 1000. Mitglied ins Register eingetragen werden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eine Zahl kann Wilfried Braunsdorf wohl auch spontan aufsagen, wenn man ihn nachts um 3 Uhr weckt: 1013. Genauso viele Mitglieder hat der Burtscheider TV Anfang des neuen Jahres - eine historische Rekordzahl. Und darauf ist der 1. Vorsitzende wohl mit Recht auch stolz.

Der Verein sieht sich bestens aufgestellt für neue sportliche Herausforderungen.

Selbstverständlich schien dies vor einigen Jahren noch nicht. Oder mit den Worten Wilfried Braunsdorfs gesagt: „Der Verein musste aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden.” Dies geschah aber mitnichten in Form eines Märchens, sondern mittels eines modernen und bedarfsorientierten Konzeptes.

Dem BTV sei klar geworden, dass man sich neuen Angeboten öffnen müsse. Der Burtscheider Traditionsverein habe lange auf den Säulen Turnen, Fußball, vor allem Trampolin und Tischtennis geruht. „Turnen in der alten Form ist tot”, sagt Braunsdorf. Nicht um dem klassischen Turnsport seine Bedeutung abzusprechen, sondern um den Blick auf neue Formen zu lenken. „Der Hambüchen-Effekt ist im Übrigen ausgeblieben”, gibt er mit Blick auf die Erfolge des deutschen Vorzeigeturners Fabian Hambüchen zu bedenken.

Der BTV setzt seit einiger Zeit auf neue Angebote ohne die traditionellen zu vernachlässigen. Was im Grund auch fahrlässig wäre angesichts der aufstrebenden Fußball-Abteilung. Die erste Herrenmannschaft ist 2008 in die Kreisliga B aufgestiegen und hat sich dort bereits wieder in der Spitzengruppe etabliert. Vor allem der fußballerische Unterbau eröffnet hervorragende Perspektiven.

Neben dem Aschen-Trainingsplatz an der Robert-Schuman-Straße wird vor allem auf dem neuen Kunstrasenplatz auf Siegel mit Begeisterung gekickt. Einen Großteil der Kosten fürs künstliche Grün hat der Verein selbst gestemmt. Genau dieses Geläuf ist heutzutage eine unabdingbare Voraussetzung, um junge Spieler an einen Klub zu binden. Eine neues Umkleidehaus auf dem Platz steht für dieses Jahr auf der Agenda, womit zugleich auch dem wachsenden Zulauf an Fußballerinnen Rechnung getragen wird.

Zu wirklich neuen Ufern ist der BTV aber im Freizeit- und Gesundheitsbereich aufgebrochen. Freizeitteams spielen mit den drei Buchstaben auf der Brust Volleyball und Basketball. Vor allem das Kursangebot hat dem Verein aber enormen Zulauf beschert: Pilates, Yoga, Kinderturnen, Mutter-Kind-Turnen, Rückenschulung, Nordic-Walking und seit kurzem auch Sturzprophylaxe für Senioren und mehr gehören zum Angebot, das von den 67 Übungsleitern und -leiterinnen qualifiziert betreut wird.

„Enorm viel Wert legen wir darauf, dass sich unsere Leute ständig weiterqualifizieren”, unterstreicht der Vereinsvorsitzende, der auch im Präsidium des Rheinischen Turnerbundes und des Deutschen Turnerbundes (DTB) mitarbeitet. Seine Frau Anita ist selbst DTB-Ausbilderin und Garantin für stets aktuelle Trainingsinhalte.

Neben allen Neuerungen legt der Vorstand des BTV nach wie vor Wert auf den familiären Charakter des Vereins. Zu den regelmäßigen Verdiententreffen werden nicht nur die zehn Ehrenmitglieder, sondern auch alle Honoratioren und alle Übungsleiter eingeladen. Sie stehen gleichermaßen für die Tradition und die Neuorientierung des Burtscheider TV.
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