Gelebte Träume aus Stein und viel Grün

Von: André Schaefer
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Soziale Tat und architektonisches Meisterstück: Die umgebaute Nadelfabrik Zimmermann an der Rosstraße begeistert Besucher und Nutzer vom Sozialwerk Aachener Christen gleichermaßen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wer in Orsbach den Vetschauer Berg hochfährt, ahnt nicht, welch paradiesischer Garten sich hinter den weiten Feldern verbirgt. Umgeben von landwirtschaftlichen Flächen besitzt der etwas einsam dastehende Bauernhof der Familie Heusch eine Grünfläche der besonderen Art.

Beim Betreten der Gartenanlage fällt zunächst ein etwa zwei Meter hoher Buchsbaum ins Auge. „Der ist schon gute 200 Jahre alt”, gibt Hans Wirtz Auskunft. Der Landschaftsarchitekt hat den außergewöhnlichen Garten schließlich entworfen.

Am Wochenende durfte sich Wirtz über zahlreiche Besucher freuen, die sich im Rahmen des Tag der Architektur vom kleinen Paradies in Vetschau überzeugen durften.

Seit vier Jahren schmückt die Anlage nun den Gutshof, der schon im 18. Jahrhundert landwirtschaftlichen Zwecken diente. „Wir wollten hier bei der Neubelebung der Anlage die letzten Generationen widerspiegeln. Uns war es also wichtig, bedeutende Altbestände zu bewahren und alte und neue Pflanzenarten zu integrieren”, sagt Wirtz, der dem Projekt daher die Leitidee „Gärten der Generationen” verlieh. Stauden, Gräser und Rosen sorgen ganzjährig für ein farbenfrohes Gesamtbild.

Der Bauerngarten ist nur eines von 16 Objekten in Aachen, die beim Tag der Architektur ihre Türen öffneten. Auch die Rosfabrik an der Ecke Rosstraße/Mörgensstraße war eine beliebte Anlaufstelle. Im Mittelpunkt stand hier die Nutzungsänderung und der Umbau des Gebäudes. Denn wo noch bis Mitte der 90er die ehemalige Nadelfabrik Jos. Zimmermann die Produktion aufnahm, hat das Sozialwerk Aachener Christen seine neue Heimat gefunden.

Der alte Charakter lebt auf

So befinden die die einzelnen Räume von der Küche bis zu den Verwaltungsbüros auf einer Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern unter einem gemeinsamen Dach. „Das ist für uns eine erhebliche Verbesserung, wenn man bedenkt, dass wir vorher verschiedene Standorte hatten. Bis auf zwei konnten wir alle Projekte hier integrieren”, erklärt die sichtlich zufriedene Geschäftsführerin Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp.

Auch Architekt Wolfgang Ziegelmayer spricht der Rosfabrik eine besondere Bedeutung zu: „Den Fabrikcharakter wollten wir bei der Umgestaltung unbedingt beibehalten. Die Böden haben wir nicht ausgetauscht, sondern gründlich gereinigt. Auch die alten Fenster sind ihrer Form im Wesentlichen treu geblieben.”

Mehr als nur gründlich polieren stand hingegen bei Familie Raab in Verlautenheide auf dem Arbeitsplan. Seit 2005 wohnt das Ehepaar zusammen mit seinen beiden Kindern im 200 Quadratmeter großen freistehenden Einfamilienhaus in der Waldstraße.

Die Besonderheit des neuerbauten Hauses, das durch kubische Bauform sowie schlichten Stil auffällt, liegt in der Bauplanung. „Wir konnten eine Kostengenauigkeit gewährleisten”, meint Architektin Claudia Lee-Hoeckle. Familie Raab konnte sich ihren Traum vom eigenen Heim ohne Risiko erfüllen.

Dass der Bau eines Hauses auch mit ein paar kleineren Problemen verbunden sein kann, erfuhr Familie Christiani, die auf der Lintertstraße eine alte Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert umbauen ließe. Da die Anlage zum Großteil unter Bestandsschutz stand, mussten Außenwände sowie Trauf- und Fristhöhen beibehalten werden.

„Die Konsequenz war letztlich ein halbes Jahr Baupause”, erklärt Architekt Klaus Richter, der sich bei der aus Sandstein bestehenden Natursteinfassade an der ursprünglichen Bruchsteinfassade orientierte.

2008 erfolgte schließlich die Fertigstellung, sodass die dreiköpfige Familie seitdem auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück wohnt. „Wichtig ist, dass es am Ende gefällt”, so Joachim Christiani, der nicht schlecht über das große Interesse staunte.
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