Aachen - Geldspritze für einen guten Zweck

Geldspritze für einen guten Zweck

Von: Lilian Killmeyer
Letzte Aktualisierung:
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Wichtige Hilfe für den Bundesverband Herzkranke Kinder in Aachen: Michael Engels (DAK) überreichte im Beisein von Rudolf Henke (Mitte) Hermine Nock 43000 Euro. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Jedes 100. Kind in Deutschland wird mit einem Herzfehler geboren, Das sind jedes Jahr rund 7500 Kinder, 4500 davon sind auf eine Operation am offenen Herzen angewiesen. Diese Betroffenen haben einen lebenslangen Weg voller Herausforderungen vor sich, auf dem die Eltern und Geschwister sie begleiten.

Doch oft bleiben die Familien selbst dabei auf der Strecke und benötigen Unterstützung. Hier kommen Selbsthilfegruppen ins Spiel, die die betroffenen Familien unterstützend begleiten. In der Region leistet diese Hilfe der Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (BVHK), dessen wichtige Arbeit nun mit einer Spende über 43.000 Euro der DAK-Gesundheit unterstützt wird.

„Für uns ist die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe mehr als nur eine gesetzliche Aufgabe“, so Michael Engels, Chef der DAK-Gesundheit in Aachen, „Zum Gesundwerden und Gesundbleiben ist der Erfahrungsaustausch untereinander sehr wichtig.“

Vier Projekte finanziert

Insgesamt sollen mit der Förderung der Krankenkasse vier wichtige Projekte finanziert werden: ein Video zur Vorbereitung auf eine Herz-OP, Puppen für das Mut-mach-Paket, Elterncoaching sowie Familienwochenenden. Bei allen Projekten stehen die Aufklärung, Unterstützung sowie das Lernen eines neuen, offensiven Umgangs mit der Krankheit im Fokus. „Mit den Aufklärungsvideos versuchen wir uns dem Zeitgeist unserer Zielgruppe anzupassen und möglichst kurz und mit einem Augenzwinkern Kinder und ihre Eltern darauf vorzubereiten, was auf sie zukommt.“, erklärt die Geschäftsführerin des BVHK, Hermine Nock.

Und auch die Mut-mach-Pakete leisten einen wichtigen Beitrag zu einem spielerischen und mutigen Umgang mit einer Herzkrankheit. Sie beinhalten das Buch „Annas Herz-OP“ mit separatem Kindertagebuch zum Selbstausfüllen, die Broschüre „Gut informiert zur Herz-OP“ sowie die hochwertigen Puppen „Erwin“ oder „Rosi“. Durch einen Reißverschluss am Bauch lassen diese sich öffnen, die Organe herausnehmen und wieder einsetzen. Besonders für Kinder, aber auch für die gesamte Familie, ist eine umfassende Aufklärung die beste Möglichkeit, die Angst zu verlieren und Experte in eigener Sache zu werden. „Die Eltern von herzkranken Kindern sind aufs Höchste gefordert und benötigen Hilfe, damit die Familie nicht auseinanderbricht“, berichtet Nock angesichts ihrer langjährigen Erfahrungen.

„Es ist wichtig, dass sie die Balance finden zwischen der Betreuung und Pflege ihres Kindes, aber auch der ausreichenden Beachtung und Achtsamkeit gegenüber den Geschwistern, dem Erhalt der Partnerschaft und ihren eigenen Bedürfnissen.“ Dafür wurden die Elterncoachings sowie die Familienwochenenden ins Leben gerufen. Hierbei soll nicht nur ein positiver und neuer Umgang der gesamten Familie gefunden und gelernt werden, sondern auch durch die ehrenamtliche Mitarbeit von ehemals herzkranken Menschen und dem regen Austausch von ähnlich Betroffenen neuer Mut gegeben werden. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass kein Fall wie der andere ist“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke, „Selbst wenn die Krankheiten unter ihren Diagnosenamen bekannt sind, gibt es keine zwei identischen Fälle, jede Situation ist individuell und sehr unterschiedlich.“

Daher sei der geschützte Raum, um dieser Individualität im regen Austausch mit ähnlich Betroffenen Rechnung zu tragen und ihnen neuen Mut zu ermöglichen, im Rahmen einer Selbsthilfegruppe eine enorm wichtige Hilfe für den lebenslangen Weg mit einer Herzkrankheit.

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