Aachen - Geldquellen des Bistums sprudeln wieder

Geldquellen des Bistums sprudeln wieder

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Klingelbeutel ist wieder prall gefüllt. Nach der Fast-Pleite des Bistums Aachen vor knapp zehn Jahren kassiert die Diözese nun etwa 30 Millionen Euro mehr an Kirchensteuern pro Jahr als damals in den düsteren Zukunftsprognosen prophezeit worden war.

Der Aachener Diözesankirchensteuerrat hat deshalb jetzt ein Gesamtbudget verabschiedet, das auf der Ausgabenseite fast wieder auf das Niveau vor der Finanzkrise wächst. Für 2013 erwartet Generalvikar Manfred von Holtum Erlöse von 287,5 Millionen Euro. 202,1 Millionen Euro, also etwa 70 Prozent der Summe, stammen aus Kirchensteuereinnahmen. Hinzu kommen Zuschüsse der öffentlichen Hand (53,4 Millionen) und sonstige Erlöse (32 Millionen) – etwa aus Mieteinnahmen.

Gegenüber stehen Ausgaben von 285 Millionen Euro (2012: 254 Millionen). 113,8 Millionen Euro fließen in diözesane Aufgaben – zum Beispiel Bildungshäuser, seelsorgerische Institutionen, Jugendeinrichtungen und Schulen. Die Kirchengemeinden – etwa 370 Pfarren in 71 Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) – bekommen 98,3 Millionen. „Sie erhalten 6,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr“, betont von Holtum. Für Mission, weltweite Entwicklungsprojekte und Medienarbeit gibt man 8,5 Millionen Euro aus. Bistumsverwaltung und Pensionsleistungen verschlingen über 57 Millionen Euro.

Der Generalvikar begründet den Anstieg der Ausgaben so: „Wir investieren unter anderem in die Jugend. Katholische Kindergärten und Schulen erhalten in diesem Jahr einmalig eine deutlich erhöhte Förderung“, erläutert er. Weitere Gründe für die Kostensteigerungen seien die Tariferhöhungen bei Löhnen und Gehältern im kirchlichen Dienst, ferner die Instandhaltungskosten für kirchliche Gebäude.

Tatsächlich hat das Bistum die Zahl der Mitarbeiter im Zuge des Sparkurses von über 2500 im Jahr 2003 fast halbiert. Eine zweistellige Millionensumme ist 2013 zudem für die Sanierung und Aufstockung des teils maroden Generalvikariats eingeplant. Indes wurden Instandhaltungszuschüsse für Immobilien in Trägerschaft der Pfarrgemeinden immer weiter gesenkt – was schließlich Verkäufe erzwingt.

Zwischen 2003 und 2005 hatte das Bistum die Kostenseite von 295,3 auf 256,5 Millionen Euro abgebaut. Man rechnete damit, dass die Kirchensteuereinnahmen um rund 30 Millionen Euro einbrechen und fortlaufend sanft sinken. Auch wenn sich dieses Szenario nicht bewahrheitet hat, warnt von Holtum, dass die Entwicklung der Kirchensteuer in Zukunft keine weitere Steigerung der Ausgaben zulasse.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert