Geldautomat mitten in der Nacht gesprengt

Von: mh
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Nach der heftigen Detonation abbruchreif: Das kleine Sparkassenhäuschen an der Vaalser Straße musste nach der Sprengung durch unbekannte Räuber komplett niedergelegt werden. Durch die Explosion wurden Trümmer auf die Fahrbahn geschleudert. Sie konnte nach umfänglicher Spurensicherung erst nach Stunden wieder freigegeben werden. Foto: Ralf Roeger
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Nur noch Schrott: Von dem Geldautomaten blieb wenig übrig. Die Täter erbeuteten eine Kassette mit Barem in unbekannter Höhe. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ob in der Nacht auf Mittwoch unmittelbar an der Vaalser Grenze alte (Un-)Bekannte am Werk waren, konnten die Fahnder Mittwochnachmittag nicht sagen. Das brachiale Vorgehen einer maskierten Bande jedenfalls erinnerte allemal an eine Serie vergleichbar spektakulärer Raubzüge, die die Polizei in der Region vor vier bis fünf Jahren in Atem gehalten hatte.

Gegen 3.15 Uhr waren Anwohner durch einen lauten Knall auf den „Bruch“ an der Vaalser Straße aufmerksam geworden. Mindestens drei Täter hatten dort ein Häuschen, in dem sich ein Geldautomat der Sparkasse befand, aufgesprengt.

„Zeugen haben drei bis vier maskierte Personen am Tatort beobachtet, die in einem dunkelfarbenen Audi A6 Avant in Richtung Niederlande flüchteten“, berichtete Polizeisprecherin Iris Wüster. Der Wagen, der mit vier auffälligen Auspuffrohren ausgestattet gewesen sein soll, hatte wahrscheinlich ein niederländisches Kennzeichen. Zwecks weiterer Fahndung wurden die zuständigen Polizeidienststellen in Holland und Belgien eingeschaltet.

Durch die Wucht der Explosion ist nicht nur der Geldautomat, sondern auch das Häuschen, in dessen Front er eingemauert war, praktisch vollständig zerstört worden. Trümmerteile wurden teils bis auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite geschleudert. Seitens der Sparkasse wurde der dreiste Coup am Mittwoch nicht kommentiert; über die Höhe der Beute gab es keine Angaben. Laut Polizei haben die Täter eine Geldkassette mitgenommen.

Bis in die Morgenstunden musste die Vaalser Straße für den Verkehr gesperrt werden, während die Kripo im Trümmerfeld rund um das etwa neun Quadratmeter große, völlig zerstörte Tresor-Häuschen Spuren sicherte. Das Gebäude war vordem Teil einer eigenen Sparkassen-Filiale, die 2005 geschlossen wurde. Es wurde am Mittwoch bereits vollständig abgerissen.

2009 und 2010 war es in der Region zu einer ganzen Reihe ähnlich spektakulärer Anschläge auf Geldautomaten gekommen, darunter zwei Mal in Roetgen sowie in Stolberg-Atsch und im Gewerbegebiet Würselen. Dabei hatten die Täter meist Gas eingesetzt, um die Tresore zu sprengen.

Im März 2010 konnte die Polizei ein Ehepaar dingfest machen, das versucht hatte, auf gleiche Weise einen Geldautomaten im Heinsberger Ortsteil Gillrath zu knacken. Die Explosion hatten die beiden mit Hilfe einer Autobatterie herbeigeführt.

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