Geld investieren, um am Ende Geld zu sparen

Von: Peter Schopp
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Verblüffende Porträts in Infrarot sollen für das Thema Energiesparen sensibilisieren: Maria Feldhaus und Désirée Bolduan (v.l.) machen in der Stadtbibliothek auf eine Aktion der Verbraucherzentrale aufmerksam, die noch bis März läuft. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Schön sind die Fotos nicht, die hier geschossen werden. Sollen sie aber auch nicht. Dafür sind sie umso aussagekräftiger. Anhand von thermografischen Fotos wird die Aussagekraft dieses Verfahrens aufgezeigt.

Der Hintergrund der Veranstaltung ist natürlich ein ganz anderer. Architektin Maria Feldhaus und Diplom-Biologin Désirée Bolduan machen in der Stadtbibliothek auf eine Aktion der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aufmerksam, die noch bis Ende März angeboten wird und vielen Haus- und Wohnungsbesitzern gute Dienste erweisen kann. „Wir wollen in Sachen Energiesparen weiter am Ball bleiben und den Eigentümern Möglichkeiten aufzeigen, wie Kosten reduziert werden können“, legt Feldhaus sofort den Finger in die Wunde.

Viele Interessierte würden bei dem Gedanken an energetische Verbesserungen vor dem finanziellen Aufwand zurückschrecken. Doch die Beratung könne sehr wohl dazu genutzt werden, auch kleine Verbesserungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Beispielhaft führt sie nicht gedämmte Heizkörpernischen oder Rolladenkästen an.

Der Ablauf sieht in der Regel so aus: Interessenten vereinbaren einen Termin mit der Verbraucherberatung (0241-46302606), und für 60 Euro wird das Gebäude in Augenschein genommen. Baujahr, Substanz und Verbrauch der letzten Jahre werden ins Verhältnis gesetzt und entsprechende Möglichkeiten für energetische Verbesserungen aufgezeigt. Wer das komplette Paket möchte, erhält für insgesamt 185 Euro zur Beratung auch noch eine thermografische Untersuchung, mit der die Fachleute den verbesserungswürdigen Dingen auf den Grund gehen können.

Doch nicht nur der handwerkliche Rat ist Bestandteil des Gespräches, sondern auch ein finanzieller Sanierungsplan und das Aufzeigen reichhaltiger Fördermöglichkeiten durch Zuschüsse. Die Töpfe hierfür sind in den letzten Jahren nämlich deutlich besser gefüllt. Ein- und Zweifamilienhäuser werden beispielsweise mit bis zu 15 Prozent der Sanierungskosten bezuschusst.

Für die thermografische Untersuchung sind aber gewisse klimatische Voraussetzungen nötig, das heißt: Es sollte schon kalt sein und die Sonne darf nicht scheinen. Aus diesem Grunde werden die Aufnahmen vornehmlich nachts oder am frühen Morgen gemacht. Das ist ebenfalls der Grund dafür, dass die Aktion Ende März ausläuft. „Mancher Eigentümer lässt sich auch von der seinerzeit aufgeregten Berichterstattung über brennende Hauswände nach Dämmungsmaßnahmen abschrecken“, weiß Feldhaus. Doch sie möchte hier aufklärerisch tätig werden. Denn alle diese Ereignisse haben sehr spezielle Hintergründe und kommen ausgesprochen selten vor. Außerdem ist auch Vandalismus in diesem Zusammenhang oft eine Ursache.

Feldhaus und Bolduan wollen im Gespräch mit den Menschen Hemmungen abbauen und für noch intensivere Verbesserungen im und am Haus werben. Deswegen sind sie auch froh darüber, dass das Land NRW, die Stadt und die EU die Verbraucherberatung seit 25 Jahren finanziell mit Leben füllen. Beide sind überzeugt, dass hierdurch ihre Beratung unter dem Strich kostengünstig ist.

„Wir decken durch unsere Arbeit viele Schwachstellen in einem Objekt auf, deren Behebung deutliche Kostenreduzierungen nach sich zieht. Da ist das Geld gut angelegt“, ergänzt Feldhaus. Denn für sie beginnen Hilfe und Aufklärung bereits im ersten Gespräch. Und die Beteiligten wissen schon mehr, wenn am Ende die Bilder vorliegen. Sie müssen ja nicht schön sein.

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