Lichtenbusch - Gelbe Säcke: Wilder Müll sorgt für großen Ärger

Gelbe Säcke: Wilder Müll sorgt für großen Ärger

Von: Nina Leßenich
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Müll soweit das Auge reicht: Vor der Kirche in der Raerener Straße in Lichtenbusch stapeln sich die illegal abgeladenen Müllsäcke. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser
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Abfallberaterin Anne Janotta, der Operative Betriebsleiter des Aachener Stadtbetriebs, Peter Maier, Ron-Roger Breuer vom Ordnungsamt Aachen und Abfallberaterin Manuela Staaks hoffen auf Besserung. Foto: Ralf Roeger

Lichtenbusch. Aktuell liegt nur ein einsamer Gelber Sack vor der Kirche in der Raerener Straße in Lichtenbusch. Der Grund: Für eine Baustelle wurde der Bereich kürzlich geräumt. Für gewöhnlich jedoch stapeln sich hier Müllsäcke über Müllsäcke – illegal abgeworfen von deutsch-belgischen Berufspendlern.

Das Problem ist schon länger bekannt, auch an der Eupenerstraße und der Lütticherstraße hatte die Stadt bereits damit zu kämpfen. „Belgische Mitbürger wollen den Verpackungsmüll, den sie in Deutschland gekauft haben, auch in Deutschland entsorgen”, sagt Anne Janotta, Abfallberaterin des Aachener Stadtbetriebs.

Denn: Der von Grenzpendlern gesammelte Verpackungsmüll ist Teil des deutschen Abfallentsorgungssystems und wird in Belgien nicht kostenfrei abgeholt – die entsprechenden Müllsäcke müssen dort gekauft werden. In der Folge werden die Gelben Säcke – oftmals auch noch falsch befüllt – illegal am Straßenrand entsorgt.

„An Spitzentagen liegen hier bis zu 80 Müllsäcke”, weiß Janotta. Eine ärgerliche Situation – für die Anwohner und für die Stadt. Für letztere ist das Problem mit dem ordnungswidrig entsorgten Müll vor allem eins: teuer. Im Entsorgungsgebiet der Stadt Aachen ist aktuell die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) mit dem Sammeln der Gelben Säcke betreut. Die nehmen zwar teilweise auch ordnungswidrig abgelegte Säcke mit.

„Die Leute halten sich aber natürlich nicht an die eigentlichen Entsorgungstage, wenn sie ihren Müll illegal entsorgen”, sagt Ron-Roger Breuer, Teamleiter beim Ordnungsamt der Stadt Aachen. An allen anderen Tagen bleibt der Wilde Müll also auf der Straße liegen.

Reißen die Säcke dann auf und die Verpackungen fliegen über die Straße, ist es wiederum die Aufgabe des Aachener Stadtbetriebs, den Wilden Müll aufzusammeln – auf Kosten der Aachener Gebührenzahler. „Wir haben in Aachen mit gut 15.000 Tonnen Wildem Müll jährlich zu tun”, sagt Anne Janotta. Pro Tonne fielen etwa 180 Euro Entsorgungskosten an – macht insgesamt 2,7 Millionen Euro pro Jahr.

„Wir reden hier nicht von Peanuts”, sagt Peter Maier, Operativer Betriebsleiter des Aachener Stadtbetriebs. Für ihn sei die Situation „nicht zu entschuldigen”. „Wir haben es hier offensichtlich mit einer Minderheit an Menschen zu tun, die keinerlei soziales Gewissen hat”, meint er. „Es gibt auch für Pendler genügend Möglichkeiten, Gelbe Säcke legal zu entsorgen. Und das ist man der Mehrheit seiner Mitbürger auch schuldig.” Entsprechend appelliere er an den Gemeinschaftssinn aller, ihren Müll legal zu entsorgen.

Das gehe etwa an den Recyclinghöfen in Brand und in Eilendorf. Auch könnten Pendler Absprachen mit Anwohnern treffen und fragen, ob sie ihre Gelben Säcke auf deren Grundstück abladen dürfen – denn dort werden die Säcke dann bei der regulären Sammlung von der EGN mitgenommen.

Um auf diese Möglichkeiten aufmerksam zu machen, hat der Aachener Stadtbetrieb an besonders betroffenen Stellen im Stadtgebiet Hinweisschilder aufstellen lassen. An der Eupenerstraße und der Lütticherstraße hat diese Maßnahme bereits gegriffen – dort liegt inzwischen kein Wilder Müll mehr. An der Raerener Straße jedoch hält sich das Problem noch.

Wer sich dort beim Abladen von Müll vom Ordnungsamt erwischen lässt, muss mit Bußgeldern „deutlich über 100 Euro rechnen”, sagt Ron-Roger Breuer. Täter auf frischer Tat zu erwischen, sei jedoch schwierig. „Im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten ist eine Dauerüberwachung im gesamten Stadtgebiet einfach nicht möglich”, meint Breuer. Für Peter Maier könnten die Bußgelder daher noch deutlich höher ausfallen.

„Im Vergleich mit anderen Städten und Ländern sind die Bußgelder bei uns noch sehr günstig”, sagt er. Auch wenn Bußgelder natürlich kein Allheilmittel seien, so habe die Erfahrung doch gezeigt, dass Zuckerbrot und Peitsche noch immer das beste Mittel zu Abschreckung seien. „Ein Exempel muss eben wehtun”, sagt Maier. Inwiefern sich an den Bußgeldern in naher Zeit etwas ändern werde, sei allerdings nicht abzusehen. Und solange appelliere er eben weiter an den Gemeinschaftssinn.

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