Aachen - Geiselnahme: 47-Jährige jetzt vor Gericht

Geiselnahme: 47-Jährige jetzt vor Gericht

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Vor knapp anderthalb Jahren sorgte der „Fall” verständlicherweise nicht nur innerhalb der Arge-Dienststelle an der Vaalser Straße für heftige Aufregung.

Jetzt muss sich eine 47-jährige Aachenerin vor dem Aachener Schöffengericht wegen schwerer räuberischer Erpressung, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten.

Zudem wird der Frau Betrug aufgrund von Leistungsmissbrauch vorgeworfen. Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Robert Deller, auf Anfrage. Denkbar sei, dass bereits am ersten Verhandlungstag ein Urteil gefällt werde. Der öffentliche Prozess beginnt kommenden Donnerstag um 10 Uhr im Justizgebäude Adalbertsteinweg (Raum A0.008).

Am 5. September 2007 hatte die arbeitslose Frau laut Staatsanwaltschaft einen Bereichsleiter der Arge mit einer Luftdruckpistole bedroht und den 55-Jährigen rund anderthalb Stunden in dessen Büro festgehalten, um ihn zur Herausgabe von Geld oder Lebensmittelgutscheinen zu zwingen.

Dann war es dem Mann gelungen, die Täterin, die zwischenzeitlich auch eine seiner Kolleginnen bedroht hatte, zur Aufgabe zu bewegen.

Die mutmaßliche Geiselnahme hatte rund 100 Polizeibeamte, darunter auch Spezialeinsatzkräfte aus Köln, in Atem gehalten. In der Folge wurden die Sicherheitsvorkehrungen bei der Arge massiv erhöht und eine Schleuse am Eingang des Dienstgebäudes an der Vaalser Straße eingerichtet.

„Sollten sich die Vorwürfe in der Gänze bestätigen, droht der Täterin eine Haftstrafe von nicht unter fünf Jahren”, erklärte Deller. Zu prüfen sei, ob mildernde Umstände geltend gemacht werden könnten. Geklärt werden müsse etwa, ob die Beschuldigte berechtigte Ansprüche auf Zahlungen habe geltend machen können oder nicht.

Allerdings wirft die Anklage ihr auch vor, zwischen 2005 und 2007 unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Sozialleistungen kassiert zu haben. Dabei habe sie nicht angegeben, dass sie auch private Zuwendungen erhalten habe.

Überdies wird die geschiedene Frau beschuldigt, im Besitz geringer Mengen von Kokain gewesen zu sein und bereits im Jahr 2006 mit Marihuana gehandelt zu haben.
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