Geheime Flaschenpost am Kaiserplatz entdeckt

Von: Robert Esser
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Brief aus der Vergangenheit: 53 Jahre nach der Fertigstellung des Sockels für Kaiser Friedrich III. haben Bauarbeiter am Kaiserplatz diese Flaschenpost entdeckt. Foto: Kempen-Krause

Aachen. Bauarbeiter haben am Freitag am Kaiserplatz bei der Demontage des Reiterdenkmal-Sockels von Kaiser Friedrich III. eine amüsante Flaschenpost der damaligen Erbauer entdeckt. In einer nunmehr zerbrochenen Flasche für 38-prozentigen Doppelwacholder der „Kornbranntwein Brennerei & Likörfabrik Josef Kirsch Aachen-Forst“ und fand die Bauunternehmung Kempen-Krause einen handgeschriebenen Brief.

Er stammt vom 4. Juli „im Jahre des Heils 1960“ mit den Namen der damaligen Handwerker und einem Sinnspruch: „Wer Arbeit kennt, und sich nicht drückt, ist verrückt“.

Fast genau 53 Jahre schlummerte der geheime Gruß zwischen riesigen Steinplatten inmitten des Betonbaus, niemand – abgesehen vom Briefautor – wusste offenbar davon. So kennt man nun nach mehr als einem halben Jahrhundert dank des Schreibens aus der Feder von Arnold Offermanns die fünf weiteren Erbauer: Peter Packbier, Jakob Gier, Peter Senscheidt, Josef Paix und Rolf Graf.

Der damalige Neuaufbau des Sockels war nach Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg von der Stadt in Auftrag gegeben worden. Bei dieser Gelegenheit wurde das Abbild von Kaiser Friedrich III. aus dem Jahr 1911 bereits um mehrere Meter „angehoben“ – wobei damals mehr Muskelkraft als heute notwendig war.

Der tonnenschwere Friedrich durfte Anfang dieser Woche per Autokran und Tieflader für einige Wochen umziehen. In einigen Wochen soll sein Denkmal – um wenige Meter wegen der angepassten Verkehrsführung zum neuen „Aquis Plaza“ (Kaiserplatz-Galerie) versetzt – in den Schatten von St. Adalbert zurückkehren.

Die historische Flaschenpost soll nach Angaben der Stadt auch in dem neuen Betonsockel wieder eine Heimat finden – „eventuell ergänzt um eine weitere, neue Flaschenpost“, wie Axel Costard vom städtischen Presseamt erklärt. Zu klären bliebe noch, welche hochprozentige Flasche zu diesem Zweck von wem geleert werden darf – und wer dann noch schreiben kann.

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