Gegrillte Heuschrecke: Leckereien beim Streetfood-Festival

Von: Svenja Pesch
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Gegrillte Hummerhälften sind fast schon konventionell: Frank Ochmann servierte beim Streetfood-Festval auch – noch – gewöhnungsbedürftige Insekten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wie wäre es, statt des sonntäglichem Bratens mit Rotkohl und Kartoffeln mal mit einer kleinen Portion gegrillter Heuschrecken? Natürlich nicht pur. Umhüllt mit Schokolade sind die kleinen Hüpfer kaum wieder zu erkennen. Oder doch lieber ein paar knackige Mehlwürmer in Meersalz und Limette? Als Dessert bietet sich die Schwarzkäferlarve an, die dem ganzen Menü die abschließende Süße verleiht.

Für den sich das eher anhört wie ein Gaumengraus denn Gaumenschmaus, der hat den Insektenkoch Frank Ochmann noch nicht kennengelernt. Seit über 35 Jahren arbeitet er als Koch in vielen Städten der ganzen Welt, seit zwölf Jahren gehört das Frittieren, Ummanteln und Garnieren von Insekten zu seiner Leidenschaft. Beim ersten „Aachener Street-Food Festival“ auf dem Bendplatz präsentiert Ochmann unter den Blicken einiger skeptischer Besucher neue Kreationen.

Lecker riecht es. Ein bisschen nussig. Nur an den Anblick der Tiere muss man sich erst gewöhnen. Doch schnell greifen die Ersten zu. „Einen Mehlwurm mit Limette, bitte.“ Ursula Greven wagt den Test und stellt fest: „Gut schmeckt es.“ Ochmann wundert das nicht. Für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Krabbeltiere auf den täglichen Speisenkarten vieler Restaurants stehen: „Insekten sind ein schnell nachwachsender Rohstoff und man benötigt nur ein kleines Anbaugebiet. Im Gegensatz zu einer Kuh oder einem Schwein rentiert sich das Züchten von Insekten am meisten“, erzählt Ochmann.

In den Niederlanden und in Frankreich sei das Verzehren von Würmern oder Mittelmeergrillen weitaus verbreiterter als in Deutschland. Hier müsse man die Menschen erst langsam an die neue Esskultur heranführen, so Ochmann. Wem die Hüpfer und Würmer doch zu experimentell sind, der hat bei dem Festival noch genügend andere Anlaufstellen. Angefangen von Baguettes und Burgern mit Fisch und Fleisch über Gerichte aus aller Welt bis hin zu Crêpes und veganen Bratwürsten ist alles vertreten, was der Nahrungsaufnahme dient.

Dabei fällt auf, dass die „Klassiker“ unter den schnellen Gerichten nach wie vor angesagt sind. Die einfachen Fritten mit Bratwurst oder die italienische Pizza sind für viele Besucher trotz des breiten Angebotes doch das einzig Wahre. Getreu dem Motto „da weiß man, was man hat“ gehen bei dem ersten Streetfood-Festival mit 36 Ausstellern unzählige eben dieser Speisen über die Theke – und das trotz nicht gerade günstiger Preise. Aber für richtig gute Gaumenfreuden greift manch einer eben auch etwas tiefer in die Tasche.

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