Laurensberg - Gegensätze in Laurensberg: Neben Kuhweide elektrisieren Forscher

Gegensätze in Laurensberg: Neben Kuhweide elektrisieren Forscher

Von: Robert Esser
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Viel in Bewegung: Bei Bezirksbürgermeister Alexander Gilson laufen im Bezirksamt viele Fäden zusammen.
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Viel in Bewegung: Zu Laurensberg gehört die Erweiterungsbauten am Uniklinikum. Foto: Michael Jaspers
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Viel in Bewegung: Am Sandhäuschen entstehen dringend benötigte Wohnungen.
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Viel in Bewegung: Zu Laurensberg gehört das Großvorhaben Campus West am Bendplatz.

Laurensberg. An der einen Ecke elektrisiert der Streetscooter Wissenschaftler auf dem Campus-Boulevard, daneben melkt ein Bauer Kühe – und wohnen könne man hier auch prima, heißt es. Mehr Gegensatz geht kaum. Laurensberg ist der größte der sieben Aachener Stadtbezirke, mit einer Fläche von 2997 Hektar und knapp 22.000 Einwohnern.

„Genau da beginnen die Herausforderungen“, sagt Bezirksbürgermeister Alexander Gilson (CDU). „Wir haben eigentlich gar keinen Platz mehr für weitere Wohnbebauung im nötigen Umfang, gerade was Ein- und Mehrfamilienhäuser angeht – obwohl hier in den kommenden Jahren viel Großes entsteht.“ Vielleicht abgesehen vom Wohnungsneubau anstelle des ehemaligen Sandhäuschens: Nur nebenan, im Richte- richer Dell, steht großzügig Baugrund zur Verfügung.

Als planungspolitischer Sprecher der Christdemokraten im Aachener Stadtrat ist Gilson nicht nur in „seinem“ Stadtbezirk bestens im Bilde. Zum Beispiel in Sachen wachsender Verkehr. „Allein das Uniklinikum investiert über eine halbe Milliarde Euro, da werden viele hundert neue Mitarbeiter gebraucht. Und diese müssen – genauso wie der Baustellenverkehr – auch über Laurensberger Straßen gebracht werden“, erklärt Gilson.

Ein entsprechendes Verkehrskonzept wird sicher in den kommenden Monaten in der Bezirksvertretung diskutiert. Ähnliches gilt für den Campus Melaten, der seit Jahren mit Großbauten angereichert wird – und bald den Campus West. Nirgendwo sonst in Aachen wird in so imposantem Stil gebaut.

Aber es geht auch um viele vermeintliche Details: „Daneben plant die Städteregion zunehmend konkreter den Verlauf eines Radschnellwegs. Es hat sich herausgestellt, dass die Laurensberger Bürger Bauchschmerzen bei der zunächst favorisierten Trassenführung über zwei Brückenbauwerke haben.

Da entwickeln wir gerade Alternativrouten Richtung Süsterfeldstraße am Campus West vorbei. Das ist schwierig, aber machbar“, sagt Gilson. Dabei will der 42-Jährige – im Hauptberuf Bausachverständiger – nicht nur bei diesem Thema den direkten Austausch mit der Bevölkerung intensivieren. Vor Ort.

„Wir haben ein wunderbares Bezirksamt an der Rathausstraße mit wirklich ansehnlichen Räumen – das müssen wir verstärkt mit Leben füllen“, betont er. Es gelte, einen echten Treffpunkt zu schaffen. „Ich möchte hier mehr Begegnungsmöglichkeiten schaffen, zu Empfängen einladen“, sagt er. Es müsse doch nicht alles im Aachener Rathaus stattfinden. Wobei Laurensberg ein Problem hat. Es existiert kein zentraler Marktplatz.

„Das macht öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel schwierig. Vielleicht können wir trotzdem ein Stadtteilfest etablieren, möglicherweise auf einer zum Fest gesperrten Rathausstraße. Wir werden das in unseren Gremien diskutieren“, sagt der Bezirksbürgermeister. Er legt Wert darauf, dass die Bezirksvertretung als politisches Gremium des Stadtteils – den Fachausschüssen und dem Stadtrat vorgeschaltet – durchaus Gestaltungsmöglichkeiten hat.

„Das ist keine Runde, die sich nur zum Plausch trifft und keine Entscheidungen treffen und beeinflussen kann – im Gegenteil“, stellt der CDU-Politiker fest. Mitreden, planen, gestalten – das ist dem ledigen Laurensberger wichtig. Dafür investiert er bis zu 30 Stunden wöchentlich in politische Arbeit, im Bezirksamt und als CDU-Ratsherr.

Gerade an der viel zitierten Basis könne man viel ausrichten – zum Beispiel mit den Laurensberger Vereinen, die durchaus erfolgreiche Arbeit leisteten. Nicht nur, weil der Bundeskönig Nikolaus Rosenstock aus der St.-Laurentius-Schützenbruderschaft stammt.

„Laurensberg ist nicht nur ein toller Platz zum Arbeiten und Wohnen. Hier kann man hervorragend Freizeit mit anderen verbringen. Dieses Wir-Gefühl will ich stärken“, blickt Gilson in die Zukunft. Dass die Grenzen seines Stadtbezirks auf der Aachen-Karte mit etwas Fantasie einen Engel formen, spreche doch für himmlische Aussichten. Für Wissenschaftler, Bauern, Autos, Radfahrer und viele Gegensätze mehr...

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