Gegen tückische Tropfen im Drink gewappnet

Von: Julia Gröbbels
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Aachen. Immer mehr Mädchen, Frauen und auch Männer werden Opfer von sogenannten K.O.-Tropfen. „Auch wenn das Thema medial nicht immer präsent ist, ist es dennoch traurige Realität“, so das Fazit der Vertreterinnen des Frauennotrufs Aachen.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen und über Möglichkeiten der Prävention zu informieren, arbeitet der Frauennotruf seit zwei Jahren mit der Serviceorganisation Ladies’ Circle Aachen zusammen. Gemeinsam riefen sie das Spendenprojekt „Ladies gegen K.O.“ ins Leben.

Beim einem Treffen des „Ladies’ Circle Deutschland“ wurde das Projekt damals für zwei Jahre ausgewählt, so dass die Aachener Präventionskampagne „K.O.cktail? Fiese Drogen im Glas“ durch das Spendenprojekt bundesweit Verbreitung fand. „Nach zwei Jahren können wir sagen, dass das Ziel mehr als erreicht ist“, sagt die Projektkoordinatorin des Ladies’ Circle, Julia Hauer. Hatte es beim Projektstart im Jahr 2013 deutschlandweit 46 Beratungsstellen zum Thema K.O.-Tropfen gegeben, gelang es durch Spendeneinnahmen in Höhe von 115.000 Euro, 53 weitere Beratungsstellen hinzuzugewinnen und somit deren Zahl bundesweit zu verdoppeln.

Wenn es um die Spendenakquise ging, waren den „Ladies“ um keine Idee verlegen. So sammelten sie beispielsweise Gelder, indem sie bei ihrer Aktion „Pfandraising“ Menschen darum baten, ihr Flaschenpfand für die Kampagne zu spenden. Allein in Aachen kamen so innerhalb von fünf Stunden über 350 Euro zusammen. „Bei dieser Aktion kamen wir aber auch mit vielen Menschen ins Gespräch, die von Fällen im Freundes- oder Bekanntenkreis berichteten, bei denen mutmaßlich K.O.-Tropfen eine Rolle gespielt haben“, berichtet Julia Hauers Kollegin Mong Tran.

Durch die Spendeneinnahmen erhielten die neu hinzu gewonnenen Beratungsstellen die Möglichkeit, kostenfrei auf das Kampagnenmaterial aus Aachen zuzugreifen und es für ihre Arbeit vor Ort zu nutzen. „Viele Beratungsstellen hatten das Thema zuvor nicht in ihr Angebot aufgenommen, da es ihnen als nicht rentabel erschien“, so die pädagogische Projektleiterin des Frauennotrufs, Monika Bulin. Um diese durch Unsicherheiten entstandenen Hemmschwellen abzubauen, besucht Bulin noch bis zum Sommer 13 Städte in ganz Deutschland, um die Beratungsstellen und Arbeitskreise zum Thema „K.O. Tropfen“ zu schulen und ihnen von ihren Erfahrungen der Präventionsarbeit zu berichten.

„Auch wenn die Kampagne in diesem Jahr endet, wird der Frauennotruf Ansprechpartner für die Beratungsstellen bleiben, der Ladies’ Circle weiter lokale Unterstützung leisten“, sagt die ehemalige Präsidentin des Ladies’ Circle Deutschland, Ellen Madau. Nach Projektabschluss ziehen sowohl die „Ladies“ als auch der „Frauennotruf“ ein positives Fazit: „Es war eine tolle Zusammenarbeit, die viele Prozesse voran getrieben hat.“

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