Gegen das Vergessen: Schüler entwerfen Denkmäler

Von: Paula Schönfelder
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Kreative Erinnerungskultur: Diese Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule haben zum Holocaust-Gedenktag eigene Gedenkstätten entworfen. Foto: Ralf Roeger
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Unerfüllter Wunsch: Bei dieser Schülerarbeit zum Holocaustgedenktag beherrscht die Friedenstaube die ganze Welt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Lara hat das Zimmer der Anne Frank in einem Schuhkarton nachgebaut. Einen kleinen Miniatur-Wagen, der jüdische Gefangene einst in die Konzentrationslager brachte, hat Elena mit Bildern beklebt. Hannah hält einen weißen Brunnen mit einer Taube in der Hand.

Diese Schülerinnen der Gesamtschule Brand haben sich innerhalb des Religionsunterrichts mit dem Thema Drittes Reich befasst und eigene Denkmäler und Gedenkstätten kreiert. Im Rahmen des Holocaust Gedenktages haben sie und einige Schülerinnen und Schüler anderer Schulen ihre Projekte vorgestellt.

Präsentation in der Aula

Unter dem Motto „Damals verfolgt – heute vergessen“ lud die Volkshochschule Aachen (VHS) zu einem Abend ein, bei dem Schulen, aber auch Ortsgruppen zeigen konnten, wie sie dem Vergessen entgegen wirken. „Wir dürfen nicht einfach so ohne weiteres über das Thema hinwegsehen. Es ist wichtig, wie Schüler mit dem Thema umgehen, und wir wollen das unterstützen“, sagte Dr. Holger Dux von der VHS.

Den ganzen Vormittag beschäftigten sich Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) aller Jahrgangsstufen in Zusammenarbeit mit der VHS mit dem Thema Behindertenpolitik im Nationalsozialismus, auch als „Euthanasie“ bekannt. Grundlage dafür war ein Vortrag von Dr. Stephanie Kaiser vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der RWTH. Sie thematisierte das „medizinische Denken“ im NS-Staat und gab den Schülern so eine Grundlage für Diskussionen.

In gemischten Altersgruppen unterhielten sie sich über Ausgrenzung, Verantwortung und Integration. „Durch die unterschiedlichen Altersgruppen hatten wir auch verschiedene Meinungen und wechselnde Themen dabei“, erzählt Benedikt Stiel, ein Schüler des HHG. Dabei ging es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart war ein Thema. Wie sah damals die Strafverfolgung aus? Und wie würde die Gesellschaft heute reagieren?

Die Ergebnisse des Vormittags präsentierten die Jungen und Mädchen am Abend in der Aula des Schulzentrums in Laurensberg. Mit dabei war auch das Inda-Gymnasium mit einem virtuellen Stadtrundgang, bei dem die Schüler zu Aachener Orten, wie dem Theater oder dem Dom, Artikel über deren Bedeutung in der NS-Zeit geschrieben hatten. Auch das Aachener Couven-Gymnasium präsentierte die Arbeit der Fredy-Hirsch-AG, während die GS Stolberg ihre Zusammenarbeit mit einer Ortsgruppe aus Stolberg, der Gruppe Z, vorstellte. Sie hatten gemeinsam Stolpersteine verlegt. „Es ist spannend zu sehen, wie vielfältig die Herangehensweisen an dieses große Thema Holocaust sind“, meinte auch Dux. Der Abend solle auch Lehrer anregen, in ihrem Unterricht ähnliche Projekte zu starten.

Bei den Schülern selbst kommt das gut an. Hannah Rade aus der zehnten Klasse der Gesamtschule Brand, die im Rahmen des Projektes den weißen Brunnen als ein Denkmal gebaut hatte, meinte dazu: „Das hat Spaß gemacht, denn in der Umsetzung hatten wir alle Freiheiten. Mir hat es noch mal vor Augen geführt, wie wichtig der Umgang mit dem Thema ist.“

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