Gedenkveranstaltung: Moment des Friedens und der Wärme

Von: Martina Stöhr
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Christen, Muslime, Buddhisten, Hindi, Bahai, Aleviten und die Gemeinschaft „Religions for peace“ entzünden in der Citykirche gemeinsam eine Kerze in Gedenken an die Opfer von Berlin. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Solidarität, Menschlichkeit und Frieden sind die Werte, derer bei der Gedenkveranstaltung am Freitag zum Anschlag in Berlin in der Citykirche gedacht wurde. „Neben der Trauer und Anteilnahme wollen wir ein Zeichen setzen für die Zusammengehörigkeit aller Menschen“, sagte Idris Malik, Muslim aus der Bilal Moschee, in seinem Grußwort.

„Menschen, die sich in der Vorweihnachtszeit freuten, wurden jäh aus dem Leben und dem Frieden gerissen“, sagte er weiter. Und das habe auch bei allen anderen Spuren der Angst und Verzweiflung hinterlassen.

In der Citykirche kamen die Menschen am Freitagabend zusammen, um gemeinsam zu beten und einen Moment der Besinnung miteinander zu verbringen. Laut Initiator Hans Christian Johnsen, Pfarrer der Versöhnungskirche Eilendorf, war es leicht, das Treffen im Rahmen des Dialoges der Religionen zu organisieren. Von allen Seiten bekam er demnach Zustimmung. Und so wurden in der Citykirche Gebete von allen beteiligten Glaubensrichtungen gesprochen. Und alle waren sich einig darin, dass es wichtig ist, ein Zeichen für die Hoffnung zu setzen.

„Gemeinsam beten und der Trauer Raum lassen. Das ist das, was wir als Religion tun können“, sagte Johnsen. Und so beteten Christen, Muslime, Buddhisten, Hindi, Bahai, Aleviten und die Gemeinschaft „Religions for peace“ gemeinsam. Dieser Gedanke hat offensichtlich auch der Bundestagsabgeordneten Ulla Schmidt gut gefallen. Auch sie war zum gemeinsamen Gedenken in die Citykirche gekommen.

Besonders wichtig ist ihr, dass nicht alle Flüchtlinge wegen der Tat eines Einzelnen diffamiert werden. Und sie will den Dialog der Religionen leben. Ebenso dachten die zahlreichen Gäste an die Opfer. Berlin sei ein Beweis dafür, zu welchem Hass Menschen fähig seien, meinte Malik. Der Anschlag sei umso tragischer, weil er in der Vorweihnachtszeit stattgefunden habe. Trotzdem machte er den Menschen Mut und forderte sie auf, die Hoffnung nicht zu verlieren.

Nach den Friedensgebeten gab es eine Schweigeminute, danach ein Lied eines jüdischen Autors und schließlich bekamen die Besucher Gelegenheit, eine Kerze anzuzünden. Es sei kein Problem gewesen, das Programm auf die Beine zu stellen, sagt Pfarrer Johnsen. Auch die Stadt habe die Gedenkveranstaltung unterstützt, und in der Citykirche hat sie einen würdigen Rahmen gefunden. Den musikalischen Teil übernahm Christian Deppe, Pastoralassistent der Citykirche, am Flügel.

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