Gedenktag:Damals verfolgt, heute vergessen?

Von: Aljona Hartstock
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Aachen. Jeder fünfte Deutsche zwischen 18 und 30 Jahren kann mit dem Begriff „Auschwitz” nichts anfangen. Das hat vergangene Woche eine Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern” ergeben.

Am 27. Januar - dem offiziellen Gedenktag an die Opfer des Holocaust - jährte sich die Befreiung aus dem Konzentrationslager zum 67. Mal.

Seit 13 Jahren organisiert der Arbeitskreis Grenzen-Los in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen anlässlich dieses Datums eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Damals verfolgt - heute vergessen?” und ermutigt in diesem Rahmen Schüler dazu, sich mit den Schrecken des Nationalsozialismus auseinander zu setzen.

Dieses Jahr haben die Jugendlichen das Thema in der Schule behandelt und eigene Projekte erarbeitet. Die Ergebnisse wurden am Gedenktag vorgestellt.

Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Ansätze: Schüler des Pius-Gymnasiums haben sich eine Schülerrallye um die Synagoge überlegt, während Mädchen des St. Ursula Gymnasiums Kontakt zu ehemaligen Aachener Schülern, die die Schule während der NS-Diktatur verlassen mussten, aufnahmen und sie interviewten.

Die Projekte der Schüler stehen bei der Veranstaltung im Vordergrund, doch beteiligen sich jedes Jahr auch Opfergruppen wie das Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen mit eigenen Beiträgen an der Organisation.

Den Abschluss des Abends bildete ein Theaterstück, das Schüler der VHS Aachen mit Untertützung des Theaters mini-art geschrieben hatten. Die zentrale Frage des Stücks („Denken wir vielleicht heute immer noch ein bißchen so wie früher?”) thematisierten die Schüler auf eindringliche Weise, indem sie Ausgrenzungssituationen unseres Alltags unverschleiert und ehrlich darstellten: das Mädchen, das gehänselt wird, weil sie zu dünn ist; zwei Jugendliche, die über jemanden lästern, weil er die falsche Kleidung trägt; Jungs, die auf ein Opfer einprügeln, während andere ein Video mit ihren Handy machen.

Es ist, wie Nicole Ehlers von der Volkshochschule in ihrer Begrüßungsrede sagte: „Der 27. Januar ist mehr als nur eine Erinnerung. Er ist eine Mahnung an uns alle”.
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