Gedenken gegen das Vergessen

Von: Christoph Classen
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Eindrucksvolle Worte beim Volkstrauertag: Städteregionsrat Helmut Etschenberg sprach bei einer Gedenkfeier in der Aula Carolina. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Helmut Etschenberg ist einmal nach Nordfrankreich gereist. Manche Orte haben ihn traurig gemacht. Das verrät der Städteregionsrat in der Aula Carolina. bei der Veranstaltung „Gedenken, um nicht zu vergessen” anlässlich des Volktrauertags.

Organisiert hat ihn der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Helmut Etschenberg hält eine Rede. In Verdun sei er gewesen, dem Ort, der zum Synonym für die Grauen der menschenverachtenden Materialschlachten während des Ersten Weltkrieges wurde.

Etschenberg hat sich das Beinhaus angesehen, in dem die Knochen von über 130.000 nicht identifizierten Soldaten aller Nationen aufbewahrt werden, die während der Schlacht um Verdun fielen. Etschenberg hat sich die Soldatenfriedhöfe angesehen. Er sagt: „Wer im Norden Frankreichs die Spuren des Todes gesehen hat, der kann nur Pazifist sein.”

91 Jahre nach dem Ende des Ersten und 64 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei es wichtig, der Toten zu Gedenken und damit die Erinnerung wach zu halten. Aus diesem Grund treffen sich die Menschen an diesem Vormittag bei der Veranstaltung in der Aula Carolina.

Den passenden musikalischen Namen geben die Tempelsingers und das Schulorchester des St. Ursula Gymnasiums. Aus diesem Grund treffen sich zeitgleich auch die Menschen an den Soldaten-Gräbern auf dem Aachener Waldfriedhof.

Dass aus den „Erbfeinden” Frankreich und Deutschland mittlerweile längst Freunde geworden sind und dass neun von zehn Kommunen der Städteregion lebendige Partnerschaften zu den französischen Nachbarn unterhalten, wertet Etschenberg als „erfreuliche Realitäten.”

Denn, und darin stimmt er mit Diakon Thorsten Obst, der ein Gebet spricht, überein: Hass und Nationalismus dürften niemals wieder über den Lauf der Geschichte bestimmen. „Nicht in Deutschland, nicht in Europa und eigentlich auch nicht auf der Welt”, sagt Etschenberg.

Jeder trage eine Verantwortung für den Frieden, das gelte es besonders den kommenden Generationen klar zu machen. „Gerade deswegen ist es wichtig, in Vogelsang, in unserer Nähe, die Möglichkeit zu haben, mehr über das dunkelste Kapitel unserer Geschichte zu erfahren”, sagt der Städteregionsrat.
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