Aachen - Gebote gegen Burn-out für den Alltag

Gebote gegen Burn-out für den Alltag

Von: Leon Heckmann
Letzte Aktualisierung:
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Hilfe für Haus Hörn: Karl-Albert Eßer, hier mit Leiterin Inge Nadenau unterstützt die Einrichtung im Rahmen der Aktion „Werde Hospiz-Pate“. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Tu, was dir gut tut. Lass los, was Dich belastet. Vertraue deinen Gefühlen.“ Es sind kurze, einfach formulierte Sätze wie diese, die Karl-Albert Eßer in seiner Broschüre „Haltepunkte im Alltag. Zwölf Gebote für dich“ Bildern mit strukturierten, farbigen Konturen und Formen gegenüberstellt.

„Ein kleiner Begleiter im Alltag“ soll das dünne Booklet sein, das der Pädagoge und Burn-out-Coach mittlerweile in einer dritten Sonderauflage veröffentlicht. Im Rahmen der Kampagne „Werde Hospiz-Pate!“ des Hospiz im Haus Hörn soll der Erlös aus dem Verkauf der 2500 Exemplare komplett an die Pflege- und Hospizeinrichtung auf der Hörn gehen.

Hospize in Deutschland finanzieren sich zu 90 Prozent über die Versicherungen und Krankenkassen der Patienten, die restlichen zehn Prozent der Kosten müssen laut gesetzlicher Vorgabe von den Einrichtungen selbst aufgebracht werden. Und das ist immer noch eine Menge Geld: Knapp 112 000 Euro jährlich fallen im Haus Hörn an eigenen Kosten an.

Dabei ist das Hospiz auf Unterstützer und Spender angewiesen und rief daher im Februar 2014 die Kampagne „Werde Hospiz-Pate!“ ins Leben. Hierdurch sollen aber nicht nur Spender angeworben werden, sondern auch über die wichtige Arbeit des Hospizes informiert werden. Nach verschiedenen Veranstaltungen unter anderem mit den „Fleddermäusen“ wurde jetzt mit Karl-Albert Eßer und seiner Broschüre der nächste Unterstützer der Kampagne gefunden.

Ausstellung im Haus Hörn

„Die Texte sollen dazu anregen, auch einmal innezuhalten und über sich und seine Einzigartigkeit nachzudenken“, sagt Eßer. Und der 61-Jährige weiß, wovon er spricht: Nach einem Burn-out im Sommer 2010 wurde ihm unmissverständlich klar, wozu ständiger Stress führen kann und wie wichtig es ist, sich auch mal eine Auszeit zu gönnen und Abstand vom ruhelosen Alltag zu gewinnen.

In seiner mehrmonatigen Genesungsphase fand der Dürener dann schließlich die Zeit und Gelegenheit, viel über sich und das Leben nachzudenken. Außerdem begann er mit dem Malen: In dieser Zeit entstanden alle Bilder, die in der Broschüre „Haltepunkte im Alltag“ zu sehen sind. Die prägnanten, klar formulierten Texte ordnete der Pädagoge erst im Nachhinein den Bildern zu. Und zog auch selbst Konsequenzen aus dem Burn-out und den von ihm formulierten „Zwölf Geboten für dich“: Im September 2012 trat er nach 13 Jahren als CDU-Fraktionsvorsitzender im Dürener Stadtrat zurück.

Seit der Erstveröffentlichung vor knapp einem Jahr wurden bereits mehrere Tausend Exemplare des kleinen Ratgebers verkauft, nun soll die neue Auflage zum Preis von je zwei Euro ganz dem Hospiz im Haus Hörn zugute kommen. Das Booklet ist ab sofort im Haus Hörn erhältlich, später sollen auch verschiedene Buchhandlungen in Aachen und Umgebung mit den Büchlein ausgestattet werden.

Zudem wird es am Donnerstag, 3. Juli, 17 Uhr, eine Vernissage der Bilder von Karl-Albert Eßer im Garten des Hospiz Haus Hörn geben. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Dieser Termin bietet auch eine Gelegenheit, sich ein persönliches Bild über die wichtige Arbeit von Hospizleiterin Inge Nadenau und ihrem Team zu machen – und sich vielleicht für eine Hospiz-Partnerschaft zu entscheiden.

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