Aachen - Geballte Situationskomik auf der Bühne: „Rendezvous opene Feschmaat“

Geballte Situationskomik auf der Bühne: „Rendezvous opene Feschmaat“

Von: Günther Sander
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Am Fischmarkt geht‘s rund: Das Stück des Aachener Heimattheaters „Bühnenfreunde“ reißt das Publikum zu Lachsalven hin. Foto: Ratajczak

Aachen. Die gute alte Zeit, der legendäre Öcher Feschmaat an et Fischpüddelche, die „Feschputtik“, der „Titze-Lejjenad“ und das Geschwister-Trio Billa, Neß und Dillche Pennings (Judith Knisch, Kathrin Schnittker, Marita Lohbusch), sind Garanten dafür, dass eine Komödie in Öcher Platt zu einem umwerfenden Erfolg wird.

Was sich auf der Eurogress-Bühne an geballter Situationskomik abspielte, riss die Besucher zu wahren Lachstürmen und Szenenbeifall hin. Das Aachener Heimattheater „Bühnenfreunde“ landete im 71. Jahr des Bestehens mit der Premiere einen „Volltreffer.“

„Rendezvous opene Feschmaat“ – dieser Titel klingt nicht nur appetitlich, er hält auch, was er verspricht. Das Regie-Duo Judith Knisch und Ralf Leesmeister hatte kräftig in die Öcher-Platt-Kiste gegriffen, in ihrer Inszenierung ging es gezielt um den kleinen Handelskrieg zwischen einem kleinen Fischladen und einem Großkonzernt. Eine Steilvorlage für die Macher, denn dieser bunte Mix musste hinhauen. Tat er am Ende auch.

Die kampfstarke „Wiver-Gang“ hatte das Heft fest in der Hand. In ihrem Hause ging es wie in einem Bienenkäfig zu, permanent schrillte das Telefon oder es klingelte an der Haustüre. In dem „Dreimädlerhaus“ ging nicht nur die Post ab, sie kam auch, in Gestalt des trinkfreudigen Possbülls Fränz Jrömmel (Herbert Knops). Türdienst verrichtete et Liesje Pennings (Stefanie Mockel), die Nichte des Pennings-Trios.

Das war längst noch nicht alles, die Besucherinvasion hielt an. Die agile Nachbarin, die mit Gesichtsmasken experimentiert, et Threis Wollschläger (Gerline Geurten) schaute vorbei, dann in besonderer Mission das (un)harmonische Geschwisterpaar Hermine und Eugenie Gierlich (Heike Miskisch, Sophia Bresser), begleitet von ihrer Nichte Bäbbchen Gierlich (Sarah Mickisch). Hartnäckig erwies sich Albert Strunk (Rolf Bresser), mit „u“ und ohne „s“, der aber wird nur mit Herr „Stronks“ empfangen.

Und alle waren scharf auf das Haus, über das der Pleitegeier seine Runden dreht. Die Pennings drückt die Schuldenlast, ihnen steht das Wasser bis zum Hals. Eine seltsame Type namens Nikedemes Blümelein (Jörg Dreyer) kommt obendrauf: Mal bat er um Eier, dann um Klopapier und schließlich um Wasser. Zum Dank ließ er flotte Sprüche vom Stapel. Besonnener kommt der junge Charmeur Lambeät Roderburg (Ralf Leesmeister) daher, der ein Auge op et Liesje geworfen hatte. Den will sich aber auch et Dillche Beaujen geborene Pennings (et es mannsdoll) krallen.

Eine Überdosis Frauenpower

Und am Ende geht alles um den Erhalt der „Feschputtik“, weil der Titze-Lejjenad (Kaufhaus Titz) eine eigene Frisch-Fisch-Abteilung eröffnen will. Doch der hat die Rechnung ohne die Pennings gemacht, die mit einer Überdosis Frauenpower eine eigene Überlebensstrategie entwickelt haben. Mal fliegen Fische, mal Aufnehmer, mal Blumen durch die Gegend. Und: Alte Liebe rostet nicht! Auch nicht für et Billa, die nach einer verpönten „Läffelejj“ (Liebelei) nichts mehr von Männern wissen will.

Wäre da nicht Ferdinand Zopp (Bernd Dreyer), in Öcher Kreisen als Nandes bekannt, wieder aufgetaucht, nachdem er einst in Ausland (Moresnet) verschwand. Das „Rendezvous opene Feschmaat“ ist perfekt. Ende gut, alles gut! Denn auch Nandes, der smarte Jong, hat ein Auge auf das Penningshaus geworfen. Am endete hagelte es riesigen Beifall für das Stück.

Appetit bekommen? Am Samstag, 21. April, 19.30 Uhr, gibt es im Brüssel-Saal des Eurogress die zweite Vorstellung. Karten sind im AZ/AN-Ticketshop im Aachen Tourist Service am Elisenbrunnen und im Zeitungsverlag Aachen, Dresdener Straße 3.

 

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