Aachen - Gaukler hauchen der Burg Soers neues Leben ein

Gaukler hauchen der Burg Soers neues Leben ein

Von: svp
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Buntes Burgtreiben: Stände und Aufführungen entführten die Besucher in der Soers ins Mittelalter. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Es grüßt Euch Erasmus von Soers“: Mit diesen Worten wie aus längst vergangenen Zeiten heißt Christopher Schmidt, wie er im „normalen“ Leben heißt, die Besucher auf der Burg Soerser Haus willkommen.

Aber den Christopher Schmidt lässt er anlässlich des Mittelalterspektakels auf der Burg Soers mal außen vor. Denn nach vielen Jahrzehnten der Schließung steht die ehemalige Wasserburg nun endlich wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Und wie, wenn nicht mit einem mittelalterlichen Ostermarkt, lässt sich das Flair aus vergangenen Zeitaltern mit der Moderne verknüpfen? Erasmus von Soers, Schriftführer des im Dezember vergangenen Jahres gegründeten Verein „Burg Soerser Haus“, hat die vielen Umbau- und Reparaturmaßnahmen gemeinsam mit dem Vorsitzenden Manfred Gaspers und weiteren Mitgliedern hautnah miterlebt. „Es gab und gibt noch eine Menge zu tun“, sagt er mit Blick auf den Wohnturm und das Herrenhaus. „Wir haben mit grundlegenden Sachen angefangen, wie beispielsweise dem Trockenlegen des Bodens. Eine Geländeanhebung sowie diverse Installationsarbeiten folgten. Außerdem mussten wir alle Scheiben neu machen, und auch die Scheune aus dem 18. oder 19. Jahrhundert brauchte dringend einen neuen Anstrich“, ergänzt er.

Der große Wohnturm findet erstmals Erwähnung im Jahr 1290, das anliegende Herrenhaus stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Durch einen Mittelbau und eine vom Verein gebaute Brücke sind beide Gebäude mitein-ander verbunden. „Vor allem in den letzten drei Monaten haben wir viel gearbeitet. Das Gelände war praktisch eine Müllhalde, und wir mussten erst einmal Ordnung in das Ganze bringen“, erzählt Erasmus von Soers weiter. Knapp 75.000 Euro haben die Arbeiten bisher gekostet. Allerdings wird die Summe noch weiter steigen, da der Dachstuhl des trutzigen Anwesens saniert werden muss, ebenso soll ein Treppenhaus im Wohnturm gebaut werden. Auch der Wassergraben direkt vor der Burg wird ausgehoben, da er sich sonst zu weit ausdehne.

Doch bevor die Arbeiten weitergehen, feiern die Beteiligten nun erstmal die Wiedereröffnung der alten Gemäuer. Neben mittelalterlichen Kinderspielen und Bogenschießen ziehen vor allem die alten Waffen und Kettenhemden die Besucher magisch an. Bernd Geron, auf dem Fest Waffenmeister Geron, erklärt den Interessierten, dass das Messer die Waffe des Volkes war und dass die große Axt, die er präsentiert, in blutigen Schlachten eingesetzt wurde.

Harmloser und umso unterhaltsamer kommen dagegen die Tricks und Künste des Gauklers Nils daher. Auf einem grünen Samtstoff platziert er drei kleine Schalen. Unter einer von ihnen liegt eine Erbse. Das Hütchenspiel kann beginnen. Doch wer dachte, er könnte genau verfolgen, wo die Erbse liegt, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Tricks von Nils führen jeden noch so aufmerksamen Besucher hinters Licht. Bei seiner Jonglage mit Feuerfackeln schauen vor allem die kleinen Gäste gespannt und mit großen Augen zu.

Und da konzentriertes Zuschauen ungemein hungrig macht, ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. In mittelalterlichen Tavernen werden duftende Flammkuchen, selbstgemachte Marmelade und andere Leckereien zubereitet.

Und Erasmus von Soers freut sich, dass viele Besucher die Burg erkunden. Nach dem Willen des Vereins soll das Gelände nach der kompletten Fertigstellung vermehrt genutzt werden können. Programme für Kindergärten und Schulen sollen jungen Besuchern das Leben im Mittelalter näher bringen und einen Einblick in die Historie der Soers liefern. Auch eine Fortsetzung des Mittelalterspektakels ist geplant.

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