Gates: Mitarbeiter treffen Europachef

Letzte Aktualisierung:
gatessolibu
Solidarität baut auf: Das Aachener Netzwerk Kirche und Betrieb unterstützt die betroffenen Gates-Mitarbeiter. Seelsorger Josef Gerets (St. Josef und Fronleichnam), Willi Haupt, Klaus Meyer (beide Betriebsrat Gates), Anton Meyer (Katholikenrat), Dennis Radtke (IG BCE) und Gerd Mertens (Büro der Regionaldekane) halten im Arbeitskampf zusammen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Giorgio Busco hatte keine Wahl mehr. Der Europa-Chef des Automobilzulieferers Gates wird sich am Freitag mit Gewerkschaft, Betriebsrat und 30 Mitarbeitern auseinandersetzen müssen, deren Jobs mit dem Ende der Produktion am Aachener Standort gestrichen werden.

Er wird sich mit Gesichtern und Schicksalen beschäftigen müssen, nicht mit nackten Zahlen. Für den Gates-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Meyer ist das Gespräch ein Erfolg. Als Busco Mittwoch am Aachener Standort weilte, hatten sie ihn zur kurzfristigen Betriebsversammlung eingeladen.

Doc Busco kam nicht. Daraufhin zogen 400 Gates-Mitarbeiter in das Vorstandsbüro, wo das europäische Management tagte. Sie sollten sich die Leute anschauen, die sie in Arbeitslosigkeit entlassen. Meyer und Kollegen gingen erst wieder, nachdem der Gesprächstermin fixiert wurde. Am Freitag, 12 Uhr.

Wenn es für Menschen, deren Jobs trotz schwarzer Zahlen in der Firmenbilanz abgebaut werden, weil ein weltweit operierendes Unternehmen in der Türkei billiger mehr produzieren kann, so etwas wie Erfolge gibt, dann wurden sie in dieser Woche erzielt.

Am Montag demonstrierten mehr als 200 Gates-Mitarbeiter aus Aachen und dem ebenfalls von der Schließung bedrohten Werk nahe Brüssel vor der Firmenzentrale der Gates-Mutter Tomkins in London, später zogen sie in die Lounge eines Nobelhotels am Londoner Flughafen Heathrow, wo Tomkins-Boss Jim Nicol bei einem europäischen Betriebsratsforum saß. „Wir sind nicht weit gekommen, aber wir haben ein Zeichen hinterlassen. Wir wissen, das Jim Nicol uns zur Kenntnis genommen hat”, sagt Meyer rückblickend.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert