Gates-Belegschaft findet offenes Ohr

Von: Thorsten Karbach
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Zeigt erste Wirkungen: Der Protest der Gates-Arbeiter gegen die beabsichtigte Schließung des hochprofitablen Aachener Werksstandortes. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Als Giorgio Brusco ging, hinterließ er eine Zusage und damit wieder einen Funken Hoffnung für die Mitarbeiter des Automobilzulieferers Gates.

Der Vertreter des Europa-Management des global operierenden Unternehmens sicherte der Belegschaft - 400 Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren, weil die Produktion trotz schwarzer Zahlen in die Türkei verlegt wird - zu, dass sie dem Management ihr Rettungspaket vorstellen können.

Brusco versprach, die Vorschläge der Aachener zu prüfen. „Das ist das wichtigste”, sagt Betriebsratsvorsitzender Klaus Meyer nach dem Gespräch. Gates-Arbeiter aus allen Abteilungen hatten zuvor Brusco mit ihren Fragen gelöchert.

Die Mitarbeiter hatten das Gespräch am Mittwoch erwirkt, als Brusco mit der Geschäftsleitung tagte, die Belegschaft ihn aber ohne eine Gesprächszusage nicht mehr weg lassen wollten.

„Es ist ein wichtiger Schritt, endlich einmal angehört zu werden”, kommentiert Meyer, denn bislang fehlten im Arbeitskampf die Adressaten. Lange war unklar, wer für die Schließung der Aachener Produktion verantwortlich ist.

Brusco ist einer der Entscheidungsträger. Er musste sich mit den Aachener Geschäftsführern Lambert Pasch und Gordon Hensley nun den Mitarbeitern stellen.

Sie stellten ihm die Gewissensfrage, wollten Gründe für die Schließung hören, erzählten ihm von ihren persönliche Schicksalen und den düsteren Aussichten ohne Arbeit. Sie zeigten ihm Fotos ihrer Frauen und Kinder.

„Man hat ihm angesehen, dass ihn das berührt”, berichtet Dennis Radtke von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).
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