Gastronomie füllt die Lücken am Markt

Von: Robert Esser
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Belebung: Am Markt hat das Selbstbedienungsrestaurant „Parsley & Fruits“ eröffnet. Foto: Michael Jaspers
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Im März eröffnet wahrscheinlich das Hamburger-Restaurant „Burgerista“ (orangenes Haus). Links daneben werden Wohnungen nach jahrelangem Leerstand saniert, rechts daneben will „Der Suppenkönig“ in einem ehemaligen thailändischen Restaurant (das zum Hotel „Drei Könige“ gehört) Gäste locken. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Verwaiste Wohnungen direkt neben der ersten Adresse der Stadt? Das ist bald vorbei. Direkt neben dem Rathaus werden jetzt mehrere Etagen in einem Wohnhaus saniert, dessen obere Stockwerke jahrelang leer standen. Damit wird quasi die letzte „Lücke“ rund um den Markt gefüllt.

Hauseigentümer Gerd Sauren richtet dort auf jeder Etage zwei moderne Wohnungen sowie zusätzlich eine Dachgeschosswohnung ein. Direkt daneben steht schon seit Monaten ein Baukran. Dort lässt sich der Aachener Hauseigentümer Erwin Pfeifer einen Durchbruch zum Büchel graben. Im Erdgeschoss will im März mit „Burgerista“ ein Schnellrestaurant auf über 250 Quadratmetern eröffnen. Derzeit läuft der Innenausbau – mit einem halben Jahr Verspätung. Ende vergangenen Jahres eröffnete die erste „Burgerista“-Dependance im Aquis Plaza – mit großem Erfolg.

Die Verzögerung auf dem Markt hat handfeste Gründe: „Durch archäologische Funde hat sich der Rohbau um etliche Wochen verzögert. Danach begann der Weihnachtsmarkt. Da wäre der Baustellenverkehr vor der Geschäftstüre für alle eine Zumutung gewesen – da haben wir unsere Interessen zurückgestellt“, erklärt Pfeifer.

Vermieter und Mieter sind von der Lage überzeugt: „Die Attraktivität der Altstadt liegt in ihren historisch kleinteiligen Grundstücken, was zu vielen eher kleineren Läden führt. Die Herausforderung besteht nun darin, auf solch kleinen Flächen unter Einhaltung aller gewerblichen Auflagen und den damit verbundenen Kosten wirtschaftlich nachhaltige Konzepte zu führen“, erläutert Pfeifer. „Die Flächen sind für viele Konzepte – mal abgesehen von exklusiven Nischenprodukten wie Kosmetika – schlicht zu klein“, sagt er. Als Nachbar zur Rechten begrüßt Pfeifer jetzt die neuen Inhaber des alten Hotels „Drei Könige“ an der Ecke zum Büchel. In dem ehemaligen thailändischen Restaurant des Eckhauses soll demnächst „Der Suppenkönig“ hungrige Gäste beköstigen. Auch dort hat der Umbau bereits begonnen.

Insgesamt zählt der Aachener Markt dann im erweiterten Halbrund vor dem Rathaus 20 Gastronomiebetriebe – mehr denn je. Dabei ist (fast) alles – vom Döner-Imbiss über Hamburger- und Salatrestaurants bis zu Traditionsbetrieben wie Goldenes Einhorn und Goldener Schwan sowie Postwagen und gehobener Küche im Ratskeller. Der Branchenmix rund um den Karlsbrunnen ist übersichtlich. Nächsthäufige Geschäftsidee neben den 20 Gastronomiebetrieben sind Modegeschäfte – davon gibt es zehn. Einzelhändler sind seit Jahren auf dem Rückzug.

Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW (Aachen), stellt fest, dass wegbrechende Kundenfrequenzen vielerorts in Innenstädten das Hauptproblem darstellen. Fatal wäre, wenn zudem die Aufenthaltsqualität sinken würde. Darum seien attraktive Restaurants, Cafés und Kneipen so bedeutsam. „Die Verweildauer der Kunden ist wichtig. Darum begrüße ich die wachsende gastronomische Vielfalt auf dem Markt“, lobt Hamel. Ebenso wichtig sei, die Innenstadt durch den Ausbau von Wohnraum weiter zu beleben. „Das führt dazu, dass der historische Kern gerade abends belebt wird. Dies muss man bei künftigen Projekten berücksichtigen“, betont er.

Pfeifer vermisst städtischerseits eine konsequente Strategie – gerade bei den Verkehrsproblemen. Seit Jahren gibt es keine zentrale Busanbindung, obwohl Kunden von nahezu allen Seiten bergauf zu Aachens erster Adresse laufen müssen. Nicht vorteilhaft. Daran ändert sich erst einmal nichts. Frühestens 2017/18 soll der Elektrobus über den Markt rollen.

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