Gastronom lässt Ludwig Forum im Streit zurück

Von: Robert Esser
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Enttäuscht: Das Ludwig Forum
Enttäuscht: Das Ludwig Forum habe sie geradezu „rausgeekelt”, sagt das Gastronomen-Paar Michaela und Wolfgang Rommel. Ihr Restaurant „Parapluie” an der Jülicher Straße gaben sie jetzt auf. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Tischtuch ist zerschnitten, die Küche kalt, das Restaurant für immer dicht. Nach einem Zerwürfnis mit der Museumsleitung haben Michaela und Wolfgang Rommel ihr „Parapluie” am vergangenen Wochenende im Ludwig Forum für immer dicht gemacht.

Offenbar plant das Museum nun den kompletten Umbau des Eingangsbereiches. Und ein neues, größeres und exklusiveres Restaurant. „Die Museumsdirektorin wollte und nicht mehr”, beklagt Rommel. „Wir durften immer weniger Flächen nutzen, uns wurden immer mehr Steine in den Weg gelegt”, sagt er. Er kritisiert fehlende Parkplätze und eine mangelhafte Zusammenarbeit bei gemeinsamen Veranstaltungen. Die Umsätze brachen ein.

„In den vergangenen Monaten waren wir froh, dass wir gerade noch die Löhne für unsere Angestellten zahlen konnten”, sagt sie. Dabei seien die Pachterlöse doch dem defizitären Museumsbetrieb zugute gekommen - zumal das Restaurant auf rund 200 Quadratmetern an vielen Tagen mehr Besucher als das komplette Ludwig Forum zählte. „Wir sind enttäuscht und traurig. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Bewirtung in Bistro und Restaurant des Justizzentrums”, erklärt Rommel.

Montag räumten die Rommels mit ihren Mitarbeitern schon Tische und Stühle aus. Die Theke bleibt, sie ist noch älter als das „Parapluie”. Damit endet im Ludwig Forum erstmal die Restaurant-Geschichte, die dort vor rund 20 Jahren mit dem „Scala” begonnen worden war.

Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen hingegen spricht von einer „Frechheit” und widerspricht den Vorwürfen des Gastronomen-Paars vehement. Ja, das Verhältnis sei schwierig gewesen, räumt sie ein. Aber man habe immer wieder das Gespräch mit den Restaurant-Betreibern gesucht, betont sie. Und sogar gemeinsam mit den Rommels das Konzept zur LuFo-Bar entwickelt. Alles vorbei.

Jetzt sieht die Direktorin eine „große Chance” für ihr Haus. „Vielleicht ist es ja gut so, dass sich die Rommels nun auf ihre Restaurantkantine im Landgericht fokussieren und wir hier im Ludwig Forum ganz neue Wege gehen können”, sagt sie. Details stehen zwar noch nicht fest, ebenso wenig die Umbaukosten - und die Antwort auf die Frage, wer sie stemmen soll. Tatsache ist dennoch, dass man an der Jülicher Straße von einem neuen Eingangsbereich träumt, der durchaus an der Ecke der ehemaligen Schirmfabrik denkbar wäre, wo bis jetzt die Gastronomie beheimatet war.

Auf ein Restaurant will man unterdessen in Zukunft nicht verzichten. Es könnte andernorts im LuFo auf mehr Fläche und in exquisiterem Rahmen implantiert werden. „Über die präzise Umsetzung können wir derzeit noch nichts Genaueres sagen. Wir reden gerade über verschiedene Varianten mit möglichen Pächtern - und natürlich mit der Stadt”, bittet Franzen um Verständnis. Eine hohe fünfstellige, vielleicht auch eine sechsstellige Umbausumme steht zur Debatte. Schon im Sommer dieses Jahres will die Museumsleitung den Umbau und das neue Restaurant einweihen.

Bis dahin sollen die Besucher aber nicht gänzlich auf Bewirtung verzichten müssen. „Wir werden übergangsweise Kaffee und Snacks in bescheidenem Rahmen anbieten”, verspricht Franzen. Bis zum 5. Februar läuft noch die Ausstellung „Nie wieder störungsfrei! Aachen Avantgarde seit 1964”. Ab dem 3. März versammelt das Künstlerkollektiv „Magicgruppe Kulturobjekt” laut LuFo „Material aus unterschiedlichen Form- und Funktionszusammenhängen und inszeniert es als räumliche Erzählung, die vom Ausstellungsort selbst ausgeht”. Das passt.

Café Lambertz verlässt Markt nach 20 Jahren

Das Café Lambertz am Markt ist geschlossen. Man habe den Mietvertrag, der nach 20 Jahren zum Jahreswechsel 2011/12 auslief, nicht verlängern wollen, teilte Lambertz-Sprecher Christian Schlosser mit. Die Vermieterin der Immobilie wollte offenbar erhebliche Pachterhöhungen durchsetzen. Außerdem sei keine Einigkeit bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen erzielt worden, hieß es.

Aktuell wird die 164 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Cafés auf der Schattenseite des Marktes nun für 4500 Euro pro Monat plus 680 Euro Nebenkosten angeboten.

Die Lambertz-Gruppe beschränkt sich beim Printen- und Gebäckverkauf nunmehr auf ihr kleines Einzelhandelsgeschäft am Elisenbrunnen und den - kürzlich errichteten - Fabrikverkauf an der Ritterstraße am Aachener Bendplatz.

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