Gastherme defekt: Mutter und Kinder in Lebensgefahr

Von: Oliver Schmetz
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Kohlenmonoxid CO Symbol Gas CO-Messgerät Gasalarm Feuerwehr Blaulicht Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Als Notarzt und Rettungssanitäter die Wohnung betraten, schlug sofort das Kohlenmonoxidwarngerät an, das diese bei Einsätzen stets mit sich führen. Symbolbild: dpa

Aachen. Die Feuerwehr hat am Mittwochabend in der Aachener Innenstadt offenbar in letzter Minute eine Familientragödie verhindert. Aus einer Wohnung im Gasborn wurde dabei eine 41-jährige Mutter mit ihren drei Kindern im Alter von zwei, vier und 13 Jahren gerettet, die allesamt eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung erlitten hatten.

Die Mutter und die beiden kleinsten Kinder befanden sich nach Angaben der Polizei in akuter Lebensgefahr. Die Ursache für die Vergiftung war aller Wahrscheinlichkeit nach eine defekte Gastherme.

Begonnen hatte das Ganze als vermeintlich normaler medizinischer Rettungseinsatz. Weil das vierjährige Kind über Unwohlsein klagte und laut Polizei auch unter Krämpfen litt, hatte der Vater um kurz nach 18 Uhr die „112“ gewählt. Als der Notarzt und die Rettungssanitäter die Wohnung betraten, schlug sofort das Kohlenmonoxidwarngerät an, das diese bei Einsätzen stets mit sich führen – ein unmissverständlicher Hinweis auf eine erhöhte Giftgaskonzentration in der Luft.

Die Rettungskräfte alarmierten daraufhin sofort die Feuerwehr und weitere Rettungsteams. Insgesamt waren am Mittwochabend drei Rettungswagen und zwei Notärzte sowie der Gefahrgutzug der Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Weiterer Defekt in Nachbarhaus

Die Mutter und die drei Kinder wurden vor Ort behandelt und mit dem Vater in die Uniklinik gebracht, während die Feuerwehr zusammen mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger die Wohnung belüftete und die defekte Gastherme abstellte. Mittlerweile hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.

Die Feuerwehr überprüfte im Zuge ihres Einsatzes im Gasborn vorsichtshalber auch weitere Wohnungen in benachbarten Gebäuden – was sich für eine Nachbarsfamilie offenbar als purer Glücksfall erwies. Denn auch in ihrer Wohnung stellten die Einsatzkräfte fest, dass die Gastherme defekt war. Allerdings war dort noch niemand zu Schaden gekommen. Die Feuerwehr appelliert deshalb an alle Bürger, ihre Gasthermen regelmäßig warten zu lassen und gegebenenfalls mit Warngeräten auszurüsten.

Diese sind zwar anders als Rauchmelder nicht gesetzlich vorgeschrieben, sie sind aber genauso im Fachhandel und auch in Baumärkten erhältlich. „Vor allem wenn sich die Gastherme im Wohnbereich befindet, ist die Anschaffung eines Kohlenmonoxidmelders auf jeden Fall empfehlenswert“, sagt Nils Lapp von der Aachener Feuerwehr.

Ob die Mutter und ihre Kinder auch am Donnerstagabend noch in Lebensgefahr schwebten, war in der Aachener Uniklinik, die über eine spezielle Druckkammer zur Behandlung von Kohlenmonoxidvergiftungen verfügt, nicht zu erfahren. Die Opfer des Unglücks würden „weiterhin intensivmedizinisch betreut“, teilte die Pressestelle des Großkrankenhauses auf Anfrage mit. Weitere Auskünfte könnten aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht nicht erteilt werden.

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