Ganztag-Ausbau: Stadt investiert Millionen

Von: Stefan Herrmann
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Große Nachfrage: Immer mehr Eltern wollen ihre Grundschulkinder in einer Schule mit Ganztagbetrieb anmelden. Im kommenden Schuljahr soll das Angebot daher insgesamt um 386 Plätze erweitert werden. Foto: stock/Felix Jason

Aachen. Die Zahl der Eltern, die ihre Grundschulkinder über die Unterrichtszeit hinaus betreuen lassen wollen, wächst seit Jahren. Der Schulausschuss hat am Donnerstag beschlossen, dass die Stadt den Ausbau der Ganztagsplätze weiter forcieren soll.

Am kommenden Dienstag beschäftigt sich auch der Kinder- und Jugendausschuss noch abschließend mit dem Thema. Im Mittelpunkt steht die Ausweitung von möglichst flexiblen Angeboten. Ein Überblick.

Wie viele Ganztagsplätze gibt es in Aachen derzeit?

Im laufenden Schuljahr gibt es an 34 Grundschulen und zwei Förderschulen insgesamt 4432 Plätze (198 Gruppen). Rechnet man noch die speziellen „Schule von acht bis eins“-Angebote hinein, werden 77 Prozent der Kinder nach dem Vormittagsunterricht betreut (59,5 Prozent ohne „Schule von acht bis eins“). Nicht enthalten sie die Versorgungsquoten der Domsingschule, Parzivalschule und der St. Georges School.

Reicht das Angebot aus?

Nein. Schon im aktuellen Schuljahr haben 105 Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf und neun Kinder mit selbigem keinen Platz erhalten und stehen auf der Warteliste. Besonders groß sind die Engpässe an der KGS Düppelstraße (26), und Montessori-Schule Mataréstraße (23). An beiden Standorten soll mit Zustimmung der Politik der Ganztag ausgebaut werden. Ebenfalls längere Wartelisten bestehen an der GGS Am Höfling (22) und an der GGS Schönforst (14). Weitere acht Grundschulen haben eine Warteliste von weniger als sieben Kindern.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Ganztagsplätzen?

Ganz klar: Sie steigt stetig an. Laut Verwaltung haben 18 Grundschulen einen steigenden Bedarf angemeldet. Um zusätzliche Plätze und Gruppen zu schaffen, seien „kreative Lösungen“ gefragt. Konkret bedeutet das: Räume müssen sowohl für den klassischen Unterricht als auch für die anschließende Betreuung multifunktional hergerichtet werden.

Wird es im kommenden Schuljahr somit mehr Ganztagsplätze geben?

Ja. Stimmt die Politik zu, steigt die Zahl an Regelgrundschulen um 348 auf insgesamt 4688 Plätze an. Für Kinder mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf werden 38 neue Plätze eingerichtet (von 247 auf 285). „Die Betreuung, Erziehung und Bildung von Grunschschülern über den Unterricht hinaus ist in Aachen inzwischen der Regelfall“, stellt die Verwaltung fest. Man sei „im Ganztag an Grundschulen gut aufgestellt.“

Wo herrscht trotzdem ein besonderer Engpass?

Mit der auslaufenden Schließung der KGS Mataréstraße und dem gleichzeitigen dreizügigen Ausbau der dortigen Montessori-Schule sollen alle für einen den Ganztag angemeldeten Kinder einen Platz erhalten. Allerding: Zusätzliche Baumaßnahmen für den Mensabetrieb sind laut Verwaltung nicht ausgeschlossen.

In Brand bietet bisher nur eine von drei Schulen (KGS Marktschule Brand) den Ganztag an. Wegen hoher Anmedelzahlen für das kommende Schuljahr wird die Marktschule jedoch nicht allen Kindern, die für den Ganztag angemeldet wurden, einen solchen anbieten können. Die GGS Brander Feld und die KGS Karl-Kuck-Straße haben den Ganztag bisher nicht im Angebot, ermöglichen allerdings 210 Kindern über „Schule von acht bis eins“ zusätzliche Betreuung. Die Verwaltung nimmt generell eine stark wachsende Nachfrage im südlichen Stadtteil wahr. Die GGS Brander Feld hat für 2014/15 Ganztagsplätze für 50 Kinder beantragt. Wie dies vor Ort räumlich umgesetzt werden kann, wird derzeit zwischen Fachbereich und Schulleitung geklärt.

Welche Herausforderung warten noch? 

Mehr Flexibilität. Zahlreiche Eltern schätzen Angebote, die nicht starr an den Ganztag gebunden sind. Die Verwaltung bewertet „Schule von acht bis eins“ in diesem Kontext als gelungenes Konzept. Eltern würden daran schätzen, dass „die Möglichkeit, die Betreuungstage flexibel zu buchen und das Kind den Bedürfnissen der Familie entsprechend abzuholen“ besteht. Zudem stellt die Inklusion – das gemeinsame Lernen von Kindern mit Handicap in den Regelgrundschulen – auch den Ganztag vor neue Herausforderungen.

Was kostet der Ausbau?

Allein für den wachsenden Bedarf an Räumen für zusätzliche OGS-Plätze sowie deren Ausstättung nimmt die Städtig viel Geld in die Hand. Bis 2016 sollen rund 6,5 Millionen Euro für Baumaßnahmen investiert werden. Der Gesamtausgaben im OGS-Bereich steigen von circa 8,4 Millionen Euro im laufenden Jahr auf 10,2 Millionen Euro in 2017.

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