Ganz wie die Profis: Kinder drehen Filme

Von: Julia Gröbbels
Letzte Aktualisierung:
6049122.jpg
Das Filmteam vor dem Bahkauv: Unter professioneller Anleitung wurde das Thema „Wasser“ in Bild und Ton eingefangen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn Passanten in diesen Tagen durch die Innenstadt gehen, ist es möglich, dass sie auf ein außergewöhnliches Filmteam stoßen. Denn das Internationale Zeitungsmuseum (IZM) hat sich in diesem Jahr ganz besonders spannende Ferienworkshops für Schulkinder einfallen lassen.

Einer davon lautet „Wir machen einen Film!“. Unter professioneller Anleitung von Regisseur Michael Chauvistré und Museumspädagogin Petra Hellwig haben die Kinder nicht nur die Möglichkeit, Grundkenntnisse in Kamera- und Tontechnik zu erlernen. Sie können ihr Wissen auch praktisch erproben, indem sie ungewöhnliche Orte aufsuchen und Menschen interviewen, die täglich mit dem Rohstoff Wasser zu tun haben. „Die Kinder sind extrem interessiert und motiviert, obwohl man beim Filmdreh oft sehr viel Geduld mitbringen und lange warten muss“, sagt Hellwig.

Wie viel Geduld man tatsächlich braucht, zeigt sich beim Dreh im Untergrund am Aachener Büchel unterhalb des „Bahkauv“. Dort sind die Kinder nämlich mit Rainer Jennes vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen verabredet. Zum Thema „Quellen und Brunnen“ können sie ihm eine Stunde lang „Löcher in den Bauch fragen“, und das lassen sich die wissbegierigen Nachwuchs-Filmemacher nicht zweimal sagen. Selbstbewusst stellen sie Fragen und geben sich hinter der Kamera wie die Großen: „Wie viel Wasser kommt aus der Quelle und wie wird es genutzt? Wie heiß ist das Wasser im Quellbrunnen? Warum steht der Hinweis ‚Kein Trinkwasser’ an den Quellen? Und: Kann man sich so eine Leitung mit Heilwasser nicht einfach bis nach Hause verlegen lassen?“.

Geduldig beantwortet Rainer Jennes alle Fragen. Die Mienen der Kinder bleiben während der gesamten Zeit – eine Stunde in einem heißen, lauten und stickigen Raum unter der Erde – hoch konzentriert. Wie die Profis rufen sie sich Hinweise wie „Kamera eins läuft“ und „Daaaaanke“ zu. Auf die Frage des Regisseurs, ob die „Mikrogrenze“ geklärt sei, bekommt er ein knappes „Jap“ als Antwort von seinem nur halb so großen Kollegen.

Zur Krönung der einwöchigen Drehwoche lernen die Kinder auch das selbstständige Schneiden und Vertonen des gedrehten Materials. Dabei wird ihnen sogar ein Musiker an die Seite gestellt. Am Ende des Workshops haben die Kinder allerdings nicht nur Erfahrungen im Umgang mit der Filmtechnik, sondern auch mit sogenannten Soft Skills wie Teamwork, Geduld und Selbstdisziplin machen können, die – glaubt man aktuellen Medienberichten – in der Arbeitswelt künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen werden.

Die Ergebnisse aller Workshops („Wir machen einen Film“,„Stadtrundgang für die Ohren“, „Wasser-Zeitung“ und „Foto-Story“) werden am Familiensonntag am 1. September im Internationalen Zeitungsmuseum an der Pontstraße zu sehen sein. Der Eintritt ist an diesem Tag für Familien mit Kindern bis 18 Jahren kostenlos.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert