Ganz andere Heldenbilder als Batman und Co.

Von: Lars Odenkirchen
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Erlebten Hans von Aachen zum Anfassen: Lukas, Constantin und Hannah (von links) von der Grundschule am Höfling besuchen die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum. Foto: Lars Odenkirchen

Aachen. Da bekommen die Viertklässler große Augen. „Die Bilder, die ihr heute hier seht, sind Leihgaben aus verschiedenen Städten wie St. Petersburg, Wien oder Prag”, erklärt Museumsführerin Sabine Gandelheidt ihren Gästen, einer vierten Klasse der Grundschule „Am Höfling”.

Dass Hans von Aachen, dessen Bilder die Schüler heute im Suermondt-Ludwig-Museum besichtigen, so berühmt ist, dass seine Bilder sonst überall auf der Welt zu sehen sind -Êdas haben die jungen Gäste wohl nicht vermutet.

Umso neugieriger sind die neun und zehnjährigen Jungen und Mädchen dann, als es in die Ausstellung geht. Mit kleinen Klappstühlchen in der Hand ziehen die Viertklässler ihrer Museumsführerin hinterher, die zu ausgewählten Bildern des Künstlers viel zu erzählen weiß.

Dabei beweisen die Schüler ein scharfes Auge und erkennen so manches Detail: Die Ähren im Haar der Ceres oder auch einen kleinen malenden Engel auf einem Selbstbildnis des Malers. Und auch um Fragen sind die Viertklässler nicht verlegen: „Warum sind die eigentlich alle nackt?” will eine Schülerin wissen. Die Erklärung hat einer ihrer Mitschüler schnell zur Hand: „Die Bilder sind ja schon alt. Damals hatte man noch nicht so viel Geld für Kleidung.”

Auch wenn diese Antwort kunsthistorisch nicht so ganz korrekt sein mag - sie zeigt doch, dass Kinder und Jugendliche in einer Kunstausstellung den Erwachsenen manchmal etwas voraus haben können, wie auch Alexandra Simon-Tönges weiß. „Je jünger die Kinder sind, desto weniger Hemmungen haben sie, einfach das zu sagen, was sie auf den Bildern erkennen.”

Etwas Handfestes mitnehmen

Erwachsene seien dagegen meist zurückhaltend. „Die wollen sich an die richtige Interpretation halten. Dabei gibt es in der Kunst kein Richtig und Falsch”, erklärt die Kunsthistorikerin, die gemeinsam mit Renate Szatkowski das didaktische Programm zur Ausstellung entwickelt hat.

Als die rund einstündige Führung vorbei ist, geht es noch hinauf in die Werkstatt des Museums. „Für die Kinder ist es wichtig, etwas Handfestes mitzunehmen”, erklärt Szatkowski. In der Museumswerkstatt sollen die Viertklässler nun nach all den mittelalterlichen und antiken Figuren selbst ein Heldenbild malen. Batman und Superman, Tokio Hotel und Hannah Montana sind dabei heute aber abgeschrieben: Drachen, Ritter und tapfere Griechen sind am Ende auf den kleinen Kunstwerken zu sehen.

Museumsführer und Malschule

Der Eintritt ist für Schüler im Klassenverband während der regulären Öffnungszeiten kostenlos. Auch Führungen (20 Euro pro Gruppe) sind möglich. Eine Voranmeldung bei Renate Szatkowski wird erbeten. Für alle Altersstufen werden darüber hinaus didaktische Programme angeboten, zudem hat das Museum erstmals einen kostenlosen Kindermuseumsführer herausgebracht. Kontakt: Renate Szatkowski, 47980-20 oder renate.szatkowski@ mail.aachen.de

Am Samstag, 8. Mai, gibt es eine Kinderführung für Vier- bis Sechsjährige. Im Anschluss wird in der Malschule ein Heldenbild gemalt. Die Teilnahme kostet 5 Euro, die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt.

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