Aachen - Gangpferde bringen die CHIO-Besucher auf Trab

Gangpferde bringen die CHIO-Besucher auf Trab

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Im Gleichschritt durch die Soers: Der 28. Juni wird als Zuchttag im Rahmen des CHIO zum Laufsteg für die Gangpferde. Isländer wie Hrafnhetta und das Fohlen Heiladis werden sich vor tausenden Besuchern präsentieren. Foto: Michael Jaspers
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Verspricht eine mitreißende Show: Martin Spoo, Geschäftsführer des Rheinischen Pferdestammbuchs.

Aachen. Für den Auftritt der Gangpferde gibt es keine bessere Bühne. Da ist sich Martin Spoo, Geschäftsführer des Rheinischen Pferdestammbuchs, sicher. Der CHIO 2013 – 21. Juni (Voltigieren) bis 30. Juni (Abschied der Nationen) wird zum Laufsteg von Isländern und sieben anderen Gangpferderassen – buchstäblich, denn um die besonderen Fähigkeiten dieser Pferde zu demonstrieren, wird ein kleiner Laufsteg montiert.

Zum vierten Mal wird ein CHIO-Tag vom Veranstalter zum Zuchttag erklärt. Dann dürfen sich Züchter mit ihren Tieren zunächst um 11.30 Uhr im Fahrstadion und dann um 16.50 Uhr (im Rahmen des NRW-Preises) im Springstadion präsentieren – oder besser: ihre edlen Tiere präsentieren. Nach Kaltblütern, Ponys und Reitpferden stehen diesmal die Gangpferde im Mittelpunkt des Interesses. Und das ist im Rahmen des Weltfests des Pferdesports zwangsläufig größer als anderswo, wenn Züchter sich vorstellen. Schließlich wurden im letzten Jahr 29 500 Besucher am Zuchttag in der Soers gezählt. So viele wünscht sich der Aachen-Laurensberger Rennverein mit den Züchtern am Freitag, 28. Juni, natürlich wieder. Mindestens. Ein Extra-Ticket ist für den Zuchttag nicht erforderlich.

Drei weitere Gänge

Zuchtexperte Martin Spoo kennt viele gute Gründe, zwischen Springen und Dressur den einen oder anderen Blick für die Gangpferde offen zu halten. 80 Pferderassen gibt es in Deutschland, acht dieser Rassen zählen zu der Gruppe der Gangpferde. Sie haben neben Schritt, Trab und Galopp noch mehr zu bieten als ihre Artgenossen. Nämlich drei weitere Gänge – deswegen der Name Gangpferde. Passgang, Rennpassgang und der Tölt (eine Art Trab) sind gerade bei Islandpferden naturgegeben.

Spoo liebt dieses Schauspiel. Unvergessen sei ein Bild des Züchters Walter Feldmann, der ein randvolles Glas Bier im Sattel eines Isländers spazieren trug – ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Die besonderen Gänge dieser Tiere lassen den Menschen quasi erschütterungsfrei reiten.

„Ich verspreche tolle, spannungsgeladene Bilder. Gangpferde sind absolut mitreißend“, kündigt Spoo folgerichtig für den Zuchttag an. 65 Isländer, Paso Peruano, Aegidienberger (eine Kreuzung aus den beiden erstgenannten), Tennessee Walking Horses und drei andere Rassen sollen in drei Gängen das Publikum in der Soers auf Trab bringen. „Einer geht noch“ lautet das Motto. „Der Zuchttag passt hervorragend zum CHIO“, findet Turnierdirektor Frank Kemperman. „Ohne Zucht gibt es keinen Sport“, sagt er. Logisch. Und ohne Rahmenprogramm keinen CHIO-Tag.

Die Prinzessin und der alte Fritz

Schon 1925 gastierte die Spanische Hofreitschule aus Wien in Aachen, 1928 ritt abseits der Championate die Friderizianische Damenschulquadrille mit Prinzessin Friedrich Sigismund von Preußen, 1934 ist ein Auf- (t)ritt der Potsdamer Wachtparade mit Otto Gebühr als Alter Fritz überliefert, Fotos erzählen von den Besuchern berittener französischer Elitetruppen in den 1950ern und 1960ern. Seit 2001 sind es vor allem die Partnerländer, die das Rahmenprogramm bestreiten. Der Zuschlag fiel diesmal für Dänemark: Zu sehen sein werden die goldene Kutsche der dänischen Königsfamilie, das Gardehusarenregiment und die Königliche Leibgarde mit Musikcorps. Der vom Isländer geprägte Zuchttag passt nahtlos zum skandinavischen Partnerland.

300 000 Islandpferde (auf der Insel leben übrigens mit 320 000 kaum mehr Menschen) gibt es weltweit – fast 50 000 davon werden in Deutschland gezüchtet. Oliver Weitz zählt seit 1963 jedes Jahr Fohlen auf seinem Gestüt Sophienhöhe in Jülich. So wie die 14 Tage alte Heiladis, die so brav neben ihrer Mutter Hrafnhetta von Sophienhof steht. „Sie sind sehr genügsam“, sagt der Züchter.

Der Zuchttag im Rahmen des CHIO wird dennoch ihre Bühne – vor zig Tausend Menschen.

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