Brand - „Galgenfrist“: Ellerhof bleibt erst einmal offen

„Galgenfrist“: Ellerhof bleibt erst einmal offen

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
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Machen zumindest bis zur Session 2013/14 weiter: Uschi und Roland Kouhl vom Brander Ellerhof. Foto: Kurt Bauer

Brand. Seit über zwei Jahren brodelte es in der Gerüchteküche, die Rede war von Verkauf, Abriss, Wohnbebauung. „Wir machen weiter“, kündigten die Betreiber des Brander Ellerhofs, Roland und Uschi Kouhl dagegen jetzt an. Damit keimt bei vielen Vereinen im Umfeld die Hoffnung, dass sie auch künftig eine sichere Bleibe für ihre Veranstaltungen haben – doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuße.

Zwar könnten sie garantieren, dass sie in der Session 2013/14 zur Verfügung stehen, so das Gastronomen-Ehepaar. „Was danach kommt, vermag ich heute nicht zu sagen“, so Roland Kouhl. Ein großes Fragezeichen bleibt den Vereinen also nicht erspart. Deren Meinung war klar: Problem lediglich aufgeschoben. Die Enttäuschung war nicht zu übersehen, besonders bei den Karnevalisten, die für eine Programmplanung immerhin eine Vorlaufzeit von zwei Jahren benötigen.

Wenig Interesse an Festzelt

Mit der vagen Aussage der Eheleute Kouhl könne man ergo keine Sitzungen planen, die Stars aus Aachen und Köln wollten „feste Daten und Zahlen“. Ohne Planung komme der Karneval zum Erliegen. Selbst für die Aufstellung eines Festzeltes benötige man eine zweijährige Vorlaufzeit. „Die Verleiher wollen auch klare Verhältnisse“, hieß es. An einem Zelt haben die Vereine zudem wenig Interesse, sie wollen, dass der Ellerhof erhalten bleibt. „Ich kann nichts versprechen, mich nicht festlegen. Es kommt auf unsere Gesundheit an, wir haben keinen Nachfolger“, so der Gastronom. Wenn auch ein Verkauf der Immobilie mangels Interessenten vorerst vom Tisch sei, stehe das Thema weiter im Raum.

Bezirksbürgermeister Herbert Henn erinnerte daran, die Politik habe nach allen Gerüchten um den Festasaal wohlweislich einen Antrag auf Anlegung eines Zeltplatzes gestellt. „Der läuft noch“, so Henn, denn die Vereine seien auf Klarheit angewiesen.

Kritik auch an den Vereinen

Auch Kouhl äußerte indessen Kritik: Anstatt mehr mit den Gastronomen zusammenzuarbeiten, würden manche Vereine ihre Feste lieber in Pfarr- und Vereinsheimen feiern, dort Frühschoppen und Beerdigungskaffees abhalten und somit die Schwarzgastronomie fördern.

Dem „Ellerhof“ werde eine Saalkapazität von maximal 470 Personen auferlegt, in den kleineren Vereinsheimen seien 300 bis 400 Leute aber ebenfalls keine Seltenheit. In der Karnevalszeit könne man zwar gut leben, „aber was machen wir von März bis Dezember?“, fragte Uschi Kouhl besorgt. Jede Unterstützung für das Haus sei auch eine Herausforderung.

Den Vereinen jedenfalls hat die Mitteilung „Wir machen nun weiter“ wenig Freude gebracht. Geht doch die Suche nach einer Veranstaltungsstätte weiter.

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