Aachen - Galaabend: Theater 99 feiert den 25. Geburtstag

Galaabend: Theater 99 feiert den 25. Geburtstag

Von: Hanna Sturm
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Einige neue Gesichter und viele alte Bekannte auf der Bühne: Durch das bunte Programm der Geburtstagsgala im Theater 99 führte ein Gründungsmitglied - Manni Hammers (liegend). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es hätte kein besseres Datum für das Jubiläum des Theaters 99 geben können: Für den 9.9. hatte die Aachener Kultur- und Theaterinitiative (Akut) als Betreiber des kleinen Theaters im Gasborn zu einem Galaabend mit alten Bekannten und neuen Gesichtern eingeladen.

„Wir haben auf ein sehr buntes und gemischtes Programm gesetzt”, sagte Jutta Kröhnert, die Leiterin des Theaters 99. „Mit dabei sind einige Gründungsmitglieder, sehr aktive Ensembles aus den vergangenen Jahren und auch Akteure, die ganz neu sind.” In den vergangenen 25 Jahren habe das Theater 99 eine wichtige Sprungbrettfunktion für junge Künstler eingenommen. Heute berühmte Kabarettisten oder Comedians wie Volker Pispers oder Mario Barth haben als noch völlig unbekannte Künstler auf der kleinen Bühne im Keller gestanden. „Eine solche Schmiede für Nachwuchskünstler, die hier experimentieren und sich ausprobieren können, ist für eine Stadt unabdingbar”, betonte Jutta Kröhnert.

Durch das Programm führte ein weiteres Gründungsmitglied, Manfred Hammers, einmal nicht im Zebra-Jacket des Strunx-Moderators. Ein wenig wehmütig, aber vor allem selbst-ironisch blickte Hammers auf die Anfänge des Theaters zurück und erwischt sich selbst immer wieder dabei, „früher” oder „damals” zu sagen oder zu denken. „Früher war vielleicht nicht immer alles besser, aber es war einfach anders, alternativer eben”, begann Manfred Hammers seine selbst-ironische Persiflage auf das Alternativ-Sein und das Wesen des Kleinkünstlers an sich.

Das Programm bot kurze Ausschnitte aus den Projekten verschiedener Gruppen und Akteure, die bei Akut und im Theater 99 aktiv sind. So verführten etwa der Pantomime Scheibub - der ebenfalls seit 25 Jahren mit dabei ist - und die Geigerin Johanna Schmidt mit einer Szene aus ihrem neuen Programm „Rendez-Vous” in eine Welt voller Gestik und Mimik, in der Unsichtbares sichtbar wird. Am Ende stand Scheibub quasi als fünf Personen gleichzeitig auf der Bühne, wechselte rasend schnell die Rollen und verwandelte sich etwa von einer eitlen jungen Frau in eine mit ihrem Gebiss jonglierenden Oma.

Ein anderer langjähriger Begleiter des Theaters 99 ist der Zauberer Tullino, der mit seinen Karten und anderen Zaubertricks das Publikum erstaunte und ein bisschen in die Kindheit zurück versetzte. An wenig bekannte Werke bekannter Dichter erinnerte dagegen das Theater Kristall. Bei szenischen Vorträgen, wie etwa des humorvollen Gedichts „Der Werwolf” von Christian Morgenstern, eröffneten die Mitglieder dieser Gruppe einen sehr direkten und unterhaltsamen Zugang zur Lyrik mit großem Sprachwitz. Natürlich durfte bei einem Galaabend im Theater 99 nicht das Ensemble Theater 99 fehlen, das sich aus routinierten Darstellern der Akut-Mitgliedsgruppen zusammensetzt. Ihre Inszenierungen großer Theaterklassiker sind meist sehr freie und humorvolle Interpretationen, mit selbst komponierten Liedern und eigens produzierten Filmen.

Hier gab es einen Rückblick in die Inszenierungen vergangener Jahre, etwa mit dem Vampirjäger-Rap aus „Dracula” oder dem Film Nibelungen aus der Produktion „Der Ring der Nibelungen”, bei dem sich das Publikum köstlich amüsierte. Zum Schluss stieg das große Finale aller Teilnehmer: mit dem Helden-Rap aus „Ben Hur”, der allerersten Inszenierung des Ensembles Theater 99 aus dem Jahr 2003.
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