Aachen - Gäste am Pius-Gymnasium gefesselt vom kulturellen Schatz Europas

Gäste am Pius-Gymnasium gefesselt vom kulturellen Schatz Europas

Von: Nina Krüsmann
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Schüler aus Leipzig und aus dem tschechischen Liberec waren zu Gast beim mittlerweile 17. Europaprojekt des Pius-Gymnasiums. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Als Europaschule veranstaltet das Bischöfliche Pius-Gymnasium jedes Jahr europäische Schüleraustauschprojekte. Jugendliche aus Leipzig und aus dem tschechischen Liberec waren in Aachen und nahmen gemeinsam mit den Aachener Schülern am Europäischen Mythen- und Sagenprojekt teil.

Es ist das 17. Europa-Projekt in Folge. „Wir bringen den Jugendlichen entsprechende Sagen und Mythen aus Aachen und der Region näher“, erklärte Initiator und Koordinator für Internationale Begegnung Norbert Weitz. Seit 17 Jahren organisiert der Geschichtslehrer das Projekt, das ihm eine Herzensangelegenheit ist. Unter den Schülern nennt man ihn gerne „Mr. Europa“. „Für uns ist das Projekt nicht mehr weg zu denken, es ist zur Schultradition geworden und trägt dazu bei, dass sich junge Menschen über ihre Verantwortung in Europa Gedanken machen“, betonte Schulleiter Dr. Josef Els. Vom ersten Moment an sei so ein Austausch spannend.

Jedes Jahr gibt es ein neues Motto und das diesjährige Thema hat viel zu bieten, schließlich gilt Aachen als die Region mit den meisten Sagen und Mythen in ganz Deutschland, wie Els erklärte. „Über Jahrhunderte haben sich die Menschen von diesem kulturellen Schatz faszinieren und fesseln lassen“, so Els, der auch Deutsch unterrichtet. Und natürlich lernten die Teilnehmer auch die berühmte Aachener Dombausage kennen.

Das „Europäische Mythen- und Sagenprojekt 2015“ ist der zweite Teil des jährlichen Austauschprogramms, an dem diesmal insgesamt 120 Jugendliche teilnehmen. Bereits im November 2014 waren die Pius-Schüler der Jahrgangsstufe 10 zum ersten Teil des Europa-Projekts zu den europäischen Auslandspraktika bei den Partnerschulen in Leipzig, Liberec, Reigate und Saint Brieuc. Teil 2 findet stets in Aachen statt.

Die Beschäftigung mit der Nibelungen-Sage und Wagners Ring im Rahmen von Mythen und Sagen begeisterte Schülerin Esther Adamová aus Liberec. Aber nicht nur die Oper, auch die neuen Freunde aus Aachen und Leipzig werden der 16-Jährigen dauerhaft in Erinnerung bleiben: „Hoffentlich halten wir Kontakt.“ Der 16-jährige Fabian Herwig vom Leipziger Humboldt-Gymnasium hat ebenfalls bei Musiklehrer Dieter Gillessens Opern-Workshop mitgearbeitet. Er hatte vor dem Projektbeginn keine bestimmten Erwartungen: „Wir haben viel daraus mitnehmen können, viel über das Kulturelle und über die Menschen in Europa gelernt.“

Pius-Schüler Konstantin Kaulen hat beim Theater-Workshop mitgemacht. „Wir haben gelernt, gezielt zu atmen und zu sprechen, haben uns mit Sophokles‘ Ödipus auseinandergesetzt und Gedichte gelernt“, erzählt der 15-jährige Schüler. „Sagenhafte Comics“, „Rübezahl und Dr. Faustus zu Gast bei Karl dem Großen“ hießen die beiden anderen Workshops.

Ein Empfang bei Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, eine Spurensuche in Aachens Historie mit Besichtigung von Rathaus und Dom sowie ein Tagesausflug nach Bonn in die Ausstellung „Kelten im Rheinland“ im LVR Landesmuseum rundeten das Programm ab. Minutiös geplant waren die Workshops sowie die Besuche und Führungen.

Und für das nächste Jahr sprudeln die Ideen bereits beim Organisationsteam: Foto und Film sollen bei der 18. Auflage des Europaprojekts im Fokus stehen.

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