Aachen - Fußballspieler rastet aus: Schädelbruch

Fußballspieler rastet aus: Schädelbruch

Von: alp/re
Letzte Aktualisierung:
5451073.jpg
Ein Fußball fliegt ins Tor. Symbolbild: imago

Aachen. Brutaler Zwischenfall mit Nachspiel: In den letzten Spielminuten einer Begegnung der Kreisliga D am vergangenen Sonntag soll ein 36-jähriger Spieler des SV Munzurspor einen 20-jährigen Gegenspieler der DJK FV Haaren während der Vorbereitung eines Freistoßes, also nicht während einer laufenden Szene, mit dem Knie gegen den Kopf getreten haben.

Der 20-Jährige Alex C. erlitt dabei schwere Gesichtsverletzungen und musste im Krankenhaus operiert werden. Am morgigen Mittwoch sollen ihm nach Auskunft des Haarener Trainerstabs mehrere Metallplatten im Gesicht eingesetzt werden – diagnostiziert wurden ein mehrfacher Jochbeinbruch sowie ein abgebrochener Zahn.

Haarens Trainer Horst Kohnen war am Montag noch außer sich: „Alex wollte sich vor einem Freistoß die Stutzen und die Schuhe noch einmal richten, als der Spieler von Munzuspor, Tahar C., ihm nach vorheriger Ankündigung mit voller Wucht das Knie ins Gesicht trat“, schilderte Kohnen am Montag den Vorfall, der zum Spielabbruch führte.

Und weiter: „Der sehr schlechte Schiri gab dem Spieler nach einigen Minuten Tumult die gelb-rote Karte und begründete dies nach dem Spiel mit Meckern und Foulspiel. Der daraus entstandene Tumult wurde glücklicherweise von allen unverletzt überstanden.“ Kohnen rief die Polizei, ein anderes Vereinsmitglied alarmierte einen Rettungswagen. Alex C. wurde blutüberströmt von seinen Kameraden vom Platz gebracht und verlor kurzzeitig das Bewusstsein.

Die weitere Behandlung übernahmen die Ärzte im Aachener Universitätsklinikum. „Alex ist erstmal sechs Wochen krank geschrieben und kann bis auf weiteres keine feste Nahrung zu sich nehmen. Er wird mindestens sechs bis neun Monate ausfallen – von der psychischen Belastung nach so einem brutalen Foul ganz abgesehen“, erklärte Kohnen. „Ich persönlich habe in all meinen Jahren als Spieler oder Trainer noch nie so etwas Brutales erlebt“, sagte Kohnen.

Die Polizei ermittelt nun gegen den 36-jährigen Spieler Tahar C. des SV Munzurspor wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Opfer hat bereits angekündigt, Schmerzensgeld einklagen zu wollen. Kohnen fordert zudem, dass der skrupellose Übergriff auch sportrechtlich Konsequenzen hat. Für den Übergriff macht Haarens Trainer den Schiedsrichter der Begegnung mitverantwortlich.

Der hätte Tahar C. nach Kohnens Ansicht bereits in der ersten Hälfte nach einem brutalen Foul vom Platz stellen müssen. Dieser habe dann gegenüber der Polizei, die mit einem halben Dutzend Kräften angerückt war, erklärt, er habe den Tritt selbst nicht beobachtet. Zeugen des Vorfalls auf dem Platz und am Spielfeldrand gebe es allerdings genug, betonte Kohnen.

Peter Büttgen, Vorsitzender der Kreisspruchkammer, wurde am Montag über die Vorfälle informiert. Er geht davon aus, dass aufgrund der vorliegenden Zeugenaussagen der Spieler von Munzurspor – Zitat: „Der ist ja bekannt“ – per einstweiliger Verfügung sofort auf unabsehbare Zeit für den Spielbetrieb gesperrt wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (16)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert