Fußballkreis Aachen: Mommertz einstimmig zum Vorsitzenden gewählt

Von: Helga Raue
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Der neue Kreisvorstand: Heinz Loritz (vorne von links), Gregor Müller (designierter Ehrenamtsbeauftragter), Bernd Mommertz, Ehrenvorsitzender Norbert Billig, Manfred Handels, Helmut Brief, Detlef Knehaus, Manfred Bünten (Mitte von links), Michael Herpers, Karl-Heinz Mund (hinten von links) und Norbert Prenzyna.
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Freude über die Auszeichnungen: Der scheidende Kreisvorsitzende Raphael Lamm (links) und Jugendausschussvorsitzender Detlef Knehaus (rechts) ehrten langjährige, verdiente Ehrenamtler. Foto: Andreas Steindl
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Spruchkammer mit Dame: Detlef Paulssen (von links), Bettina Warncke, Heinz Loritz, Holger Jansen und Volker Sacht. Es fehlt Marc Strauch.

Weisweiler. Mit drei Wünschen für die dreijährige Amtszeit verabschiedete sich Bernd Mommertz. „Ich wünsche mir Ehrlichkeit und Offenheit, und dass wir uns gegenseitig Fehler und Schwächen eingestehen, da man nur so Lösungen findet. Ich wünsche mit ein knallhartes Vorgehen gegen Gewalttäter auf dem Fußballplatz“, sagte der neue Vorsitzende des Fußballkreises Aachen.

Sein dritter Wunsch war ein Versprechen an die anwesenden Vereinsvertreter: „Ich verspreche Ihnen, dass ich in den nächsten Wochen die Bürgermeister Ihrer Kommunen aufsuchen und mich für die Belange Ihrer Vereine einsetzen werde.“

Die Neuwahlen zum Kreisvorstand standen im Mittelpunkt des ordentlichen Kreistags in der Festhalle Weisweiler, zu dem sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden hatten. Darunter der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck, Rudi Bertram, Bürgermeister der Stadt Eschweiler und FVM-Präsident Alfred Vianden, die Grußworte an die 386 stimmberechtigten Vertreter aus 92 (von 118) Vereinen unter den über 400 Gästen richteten.

Vianden lag dabei vor allem das Thema Integration von Flüchtlingen am Herzen: „Wir können diese Menschen willkommen heißen. Unser Sport steht für Integration und Zusammenhalt.“ Der FVM-Präsident verwies in dem Zusammenhang auf die Egidius-Braun-Stiftung, die Vereine, die Flüchtlinge integrieren, mit 500 Euro unterstützt. „Nächste Woche zeichnen wir den Bonner SC als 1000. Verein aus“, freute sich Vianden.

Der Wechsel an der Spitze des Kreisvorstandes war notwendig geworden, da der bisherige Amtsinhaber Raphael Lamm nicht mehr kandidierte. „Leider hat er für sich entschieden, nicht mehr als Vorsitzender kandidieren zu wollen“, würdigte Mommertz seinen Amtsvorgänger, unter dem er zuletzt Stellvertreter war.

Lamm war über 50 Jahre ehrenamtlich im Fußballsport tätig. Ab 1986 arbeitete er zuerst 20 Jahre – größtenteils als Vorsitzender – im Kreisjugendvorstand mit und übernahm 2007 kommissarisch den Vorsitz im Kreisvorstand, da der bisherige Amtsinhaber Robert Henges überraschend verstorben war.

Von 2010 bis 2016 war Lamm ordentlich gewählter Vorsitzender. Auch den scheidenden Anja Hompesch (Frauenbeauftragte), Manfred Polz (Schatzmeister), Horst Auzinger (Ehrenamtsbeauftrager) und Tim Hausen (Vorsitzender Schiedsrichterausschuss) wurde für die Mitarbeit im Vorstand gedankt.

„Ich empfinde mich als Teamplayer, das Team ist das Wichtigste“, warb Mommertz (Kesternich), der einstimmig zum Nachfolger Lamms gewählt worden war, auch für die Wahl seiner Kollegen. Alle vorgeschlagenen Vorstandsmitglieder blieben bei der anschließenden Wahl ohne Gegenkandidat, die Position der Frauenbeauftragten bleibt vorerst unbesetzt, da sich keine Kandidatin für den Posten gefunden hat.

Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Karl-Heinz Mund (Verlautenheide), neuer Schatzmeister Norbert Prenzyna (Dürwiß). Als Vorsitzender des Spielausschusses wurden Helmut Brief – als Einziger mit zwei Gegenstimmen bei zehn Enthaltungen – , als Geschäftsführer Manfred Bünten (Laurenzberg) und Manfred Handels (Herzogenrath) als Beauftragter für Freizeit- und Breitensport wiedergewählt. Zudem bestätigte die Versammlung den neu gewählten Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses, Michael Herpers, sowie den „Chef“ des Jugendausschusses, Detlef Knehaus.

Strittig war nur die Besetzung der Kreisspruchkammer, für die zwei Teams bereitstanden. „Ich habe lange dafür gekämpft, das Jörg Vanwersch neuer Vorsitzender wird, bis er mir in der vergangenen Woche aus beruflichen Gründen absagen musste“, erläuterte Mommertz, der bei der Versammlung für die Unterstützung des Vorstands-Kandidaten Heinz Loritz warb.

Was natürlich den langjährigen Amtsinhaber Peter Büttgen auf den Plan rief, der zwar selbst in die zweite Reihe rücken wollte, aber mit Roland Wunderlich einen Wunschnachfolger ins Rennen schickte. „Es ist schade, dass man nicht mit den etablierten Leuten spricht. Nach 33 Jahren in der Spruchkammer kann ich ja nicht ganz falsch gelegen haben“, bemängelte Büttgen. Einen Vorwurf, den Mommertz so nicht stehenlassen wollte: „Wir haben mehrfach mit euch geredet, haben uns aber für die Unterstützung eines anderen Kandidaten entschieden. Das ist Demokratie. Die Entscheidung liegt nun beim Souverän.“

Beide Kandidaten stellten sich vor: Heinz Loritz (Berger Preuß), u. a. fünf Jahre lang Schiedsrichterobmann im Fußballkreis Düren sowie zeitweise Beisitzer und Schriftführer in der Kreisspruchkammer, ging mit Bettina Warncke (Weisweiler), Detlef Paulssen (Niederbardenberg), Volker Sacht (SVS Merkstein), Marc Strauch (Schevenhütte) und Holger Jansen (Beggendorf) ins Rennen.

Wunderlich (Berger Preuß), der sich seit eineinhalb Jahren als Beisitzer in der Spruchkammer engagiert, wollte mit Büttgen (Warden), Günter Ortmanns (SV Kohlscheid), Gerd Baldus (Rott), Manfred Müller, Anton Dinslaken (beide JSV Baesweiler) Reinhold Mangold (Alem. Mariadorf) und Thomas Lamm (Schweiler SG) antreten. Der Anwalt warb für sich unter Hinweis auf die Veränderungen im Sportrecht ab 2017, nach denen künftig Einzelrichter der Kammer vorsitzen.

„Ich musste mich ein halbes Jahr ins Sportrecht einarbeiten, im Gegensatz zur Strafverfolgung muss man nicht die letzte Überzeugung haben, sondern es kommt auf das Fingerspitzengefühl an.“ Hören wollte der Souverän das aber nicht wirklich. Und so wurde Loritz mit 214 Stimmen (Wunderlich 133; 17 Enthaltungen) gewählt, sein Team erhielt elf Gegenstimmen.

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