Fußball-WM: Public Viewing im Kurpark?

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
7470315.jpg
Massenandrang: Bei der Fußball-WM 2010 strömten tausende Fans zum Public Viewing auf den Aachener Markt. Foto: Dagmar Roeger

Aachen. Volltreffer oder Eigentor? Nachdem Lärmschutzgrenzen fürs „Public Viewing“ während der Fußball-WM vom Gesetzgeber per Sonderregelung hinter die übliche 22-Uhr-Marke verschoben werden, fahndet Aachen auf Hochtouren nach geeigneten Flächen. Möglicherweise könnte ein Areal im Kurpark neben dem Spielcasino an der Monheimsallee reserviert werden.

Wo bei den Kurpark Classix das Sinfonieorchester feinste Klassik intoniert, würden dann Schlachtgesänge dröhnen. Mehrere Anträge von Veranstaltern, die tausende Fußballfans ab dem Eröffnungsspiel am 12. Juni bis zum Finale am 13. Juli fast allabendlich vor riesige LED-Wände locken möchten, liegen der Stadtverwaltung bereits vor.

OB Marcel Philipp hatte bereits 2010 „Public Viewing“ auf dem Marktplatz ermöglicht. Tausende Zuschauer – eher jüngeren Alters und immer friedlich – drängten zu Deutschlandspielen vors Rathaus. Stefan Hanrath, Geschäftsführer der Cinetower Gastronomie in Alsdorf, hatte das Spektakel damals im Schulterschluss mit der Stadt realisiert. Doch 2014 wird‘s im Altstadtkern eng. Vom 20. bis zum 30. Juni dürften da mehr Pilgerstäbe als Deutschland-Flaggen zu sehen sein. Zur Heiligtumsfahrt – mit täglichen Großveranstaltungen auf dem Katschhof – erwartet das Domkapitel 100 000 Gläubige.

Neben dem privatgewerblichen Public-Viewing-Areal im Kapuziner Karree will man Fußballfans 2014 einen zweiten Standort fürs Gemeinschaftserlebnis anbieten – auf öffentlichem Grund und Boden. Da Markt wie Katschhof ausscheiden, landete der Fokus auf dem Bendplatz. Doch der ist dicht: Nach der „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ soll das Gelände zur Heiligtumsfahrt als Busparkplatz dienen, dann blockieren Zelte einer Dinosaurier-Ausstellung 8000 Quadratmeter. Ein Team der Verwaltung nahm zudem einige Supermarkt-Parkplätze in Augenschein – nichts überzeugte.

Bei einem Treffen von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Verwaltungsspitze analysierten die Experten diese Woche zwei weitere Optionen. Veranstalter Hanrath favorisiert den Kurpark. „Wir würden die LED-Bildschirmwand zwar etwa dort errichten, wo die Bühne bei den Kurpark Classix steht. Aber wir würden sie Richtung Spielcasino ausrichten“, erklärt er. Vorteil: Der Rasen des Kurparks würde geschont, da allein auf der Kiesfläche vor dem Lenné-Pavillon für bis zu 4000 Menschen Platz wäre – alles bei freiem Eintritt. Hanrath betont: „Sicher ist nichts. Nächste Woche stehen weitere Gespräche mit der Stadt an.“

Die Ordnungsbehörden sehen einige Sicherheitsfragen – auch weil Fußballfans in der Masse eine andere Dynamik entwickeln als Gäste eines Klassik-Konzertes. Zudem muss man zeitgleiche Nachbar-Events koordinieren – etwa Bundesliga-Heimspiele des deutschen Meisters TK Kurhaus auf der Tennisanlage nebenan.

Weniger zentral, aber in Sachen Sicherheit unbedenklich ist der Tivoli. Der Rasen wäre auch hier tabu – was wegen des großen Abstands zur Tribüne eine riesige und damit extrem teure LED-Leinwand erfordern würde. Allerdings: Am Soerser Sonntag, 13. Juli, pilgern zum CHIO-Auftakt am WM-Finaltag zehntausende weitere Besucher in die Soers.

So oder so: Zur WM 2014 wird‘s voll. Da trifft es sich ja, dass am 20. Juni noch das Karlsjahr feierlich eröffnet wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert