Funken der „Classix” springt glänzend über

Von: Matthias Hinrichs und Robert Esser
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Einzigartig: Supertramp-Gründer Roger Hodgson - begleitet vom Sinfonieorchester Aachen unter der Leitung von Daniel Jakobi - verzauberte das Publikum. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Als am Sonntagabend gegen 22 Uhr die ersten bunten Fontänen des Abschlussfeuerwerks in den schwarzen Sommerhimmel über dem Spielcasino aufsteigen, ist der letzte Farbtupfer eines traumhaften musikalischen Happenings perfekt.

Mehr als 11.500 Menschen haben die meisterhaft zelebrierte Melange aus Oper, Klassik und Pop im wunderbaren Volksfest-Ambiente des Stadtgartens genossen - Öcher Herz, was willst du mehr?

„Give a little bit”, gib mir ein bisschen von deiner Zeit, singt Roger Hodgson gleich zu Beginn der zweiten Staffel in Sachen „Kurpark Classix” am Samstagabend.

Und wer zu den rund 3000 Fans gehörte, die der musikalischen Aufforderung in Gestalt des Supertramp-Welthits nachkamen, der erlebte bei einem fulminanten Festäng unter lauschigen Linden ein wahrhaft unvergessliches Freiluft-Spektakel für alle Sinne.

Traumhaft - das Wort hört man bis zum späten Sonntagabend jedenfalls immer wieder - nicht nur aus den Mündern von Chef-Organisator Christian Mourad und dessen Teamkollegen. Selten hatte es so viel Berechtigung. Noch bevor Mr. Hodgson und sein phantastischer Saxophonist Aaron MacDonald mit dem Sinfonieorchester die Bühne erklimmen, tummeln sich ungezählte Freiluftfreunde ganz leger auf der Wiese neben der Sitzplatztribüne.

Mancher hat gleich einen ganzen Servierwagen mit prickelnden Gaumengenüssen, Kartoffelsalat und Co. herangekarrt. Und an den Open-Air-Ständen neben dem Lenné-Pavillon erfreuen sich Chiabatta mit Tomatenmozarella, Rauchlachs oder schlichte Bockwurst mit Brot nicht minder großer Beliebtheit.

Die Bockwurst wird mit 2000 Portionen zum Verkaufsschlager, dahinter landen mit je 1000 Stücken die Laugenbrezel und der Leberkäse. Dazu gibt´s 2000 Gläser wein und 4000 Stangen Bier. Dabei hat Hans-Joachim Stuntz, Chef der Spielbank-Gastronomie, natürlich auch Exquisiteres im Programm: Rehnüsschen auf Rahmwirsing mit Sauce Grand Veneur zum Beispiel.

„Entscheidend ist, dass sich alle bestens bedient fühlen - ob aus dem Kühlschrank zu Hause oder über unser kulinarisches Angebot, spielt dabei überhaupt keine Rolle”, sagt Stuntz.

Mr. Hodgson „himself” hat bei den dreistündigen Proben mit Kapellmeister Daniel Jakobi und seinen Musikern immer und immer wieder ein einziges Wort parat, wenn es um die Atmosphäre und auch den technischen Rahmen beim „Crossover”-Höhepunkt der „Classix” geht: „great!” - einfach großartig.

Rein kulinarisch stärkt sich der Hit-geeichte Brite seinerseits übrigens ausschließlich mit Sushi, Avokadocrème, Sojamilch und Honigmelone - offensichtlich in der Tat die denkbar beste Grundlage für seine unverwechselbare, leichthin in schwindelnden Tonhöhen jubilierenden Stimme.

Ein ums andere Mal reißt der smarte und super sympathische Brite die Fans von Stühlen und Picknickdecken.

Genauso sympathisch kommt Malte Arkona, bekannt als Moderator des „Tigerentenclubs”, am Sonntagmorgen mit der Nixe Julicka Brettschneider, dem Kinderchor des Theaters Aachen (Einstudierung: Frank Flade) und dem Sinfonieorchester rüber.

„Classix for Kids” heißt das. Auch wenn Maltes detektivische Suche nach Wasser zu Smetanas berühmter sinfonischer Dichtung „Die Moldau” weniger Raum für kindgerechte Spielszenen bietet als die bejubelte „Suche nach dem C” an gleicher Stelle im Vorjahr 2008.

Am Abend ist dann Frack und Finale furioso angesagt: Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch dirigiert Dvoráks „Aus der neuen Welt” - mit Charme und Esprit. Und die Macher dürfen nach dem Abschlussfeuerwerk sicher sein, dass der Funken dieser Kurpark Classix glänzend übergesprungen ist.
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