Für Shari Koch läuft alles glatt

Von: Thorsten Karbach
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Von Brand nach Vancouver: Gesamtschülerin Shari Koch fliegt am Donnerstag für 16 Tage ins Olympische Jugendlager. Die Eistänzerin zählt zu 46 „auserwählten” Sportlern aus ganz Deutschland, die dort einmal Olympialuft schnuppern sollen. Foto: Michael Jaspers

Brand. Auf dem Eis lief es für Shari Koch zuletzt wirklich glatt. Mit Christian Nüchtern hat sich im Eistanz den Deutschland-Pokal gewonnen und wurde Dritte bei den Deutschen Meisterschaften. Die Schülerin der Gesamtschule Brand gehört damit zu den hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchssportlerinnen - nicht nur auf dem Eis.

Und als Belohnung für gute Leistungen darf sie am Donnerstag zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver aufbrechen - um dort am Olympischen Jugendlager der Deutschen Sportjugend und der Deutschen Olympischen Akademie teilzunehmen. „Das ist eine ganz große Auszeichnung. Ich freue mich schon, bei den Olympischen Spielen reinzuschnuppern”, sagt sie.

Nur 46 „Auserwählte” aus ganz Deutschland steigen in das Flugzeug nach Kanada, um dort 16 Tage zu bleiben, Olympia zu erleben, Innenminister Thomas de Maiziere im Deutschen Haus zu treffen und durch das Olympische Dort streifen zu können - viele Wintersportler aber auch Judoka, Fechter und Schützen.

„Ich bin einfach glücklich”

Mit drei Jahren stand Shari das erste Mal auf dem Eis -Êbeim Geburtstag ihrer Schwester. Angst? Fehlanzeige. „Es ist nicht schlimm, wenn man mal hinfällt. Nur im Wettkampf ist das doof”, sagt sie und lacht. Nun ist sie 16, und das Eis ist ihre zweite Heimat. „Ich weiß nicht genau, was mich so sehr fesselt, aber ich bin einfach glücklich, wenn ich auf dem Eis stehe. Und ich drücke mich gerne tänzerisch aus”, sagt sie.

Mit sechs Jahren hat sie dann bei einem Aachener Verein mit dem Eiskunstlauf begonnen, nach drei Jahren wechselte sie nach Düsseldorf, vier Jahre später nach Dortmund, wo sie mit Weidenauer Gymnasiasten Christian Nüchtern zu den größten deutschen Hoffnungen im Eistanz geformt wird. Ihr Trainer Oleg Ryschkin sagt jedenfalls: „Christian und Shari haben eine große sportliche Zukunft vor sich.”

Dafür geht es fünfmal die Woche zum Training nach Dortmund. Zwei Stunden Autofahrt, dann zwei bis drei Stunden Training auf dem Eis und noch eine Stunde Ballett oder Konditionstraining, dazu Schule. Und auch dort will sich die Eistänzerin keinen Ausrutscher erlauben. „Es erfordert viel Disziplin”, sagt sie.

Die hat sie, geht sie doch in die Jahrgangsstufe 12 und will im nächsten Jahr an der Brander Gesamtschule ihr Abitur bauen. „Es ist schwer, aber es ist zu schaffen. Ich möchte nicht nach Dortmund ziehen, weil ich hier meine Freunde und meine Familie habe”, sagt sie. Der Weg in den Spitzensport wird weiterhin von Aachen aus führen.

Im laufenden Jahr will sie mit Christian Nüchtern mit ihrem Programm - irische Folklore in der „Pflicht” und Samba, Rumba und Cha-Cha-Cha in der Kür - den Sprung in die nächste Leistungsstufe, den sogenannten C-Kader schaffen. 2011 will Shari dann international Erfahrungen sammeln - die Junioren-Weltmeisterschaft ist das große Ziel.

Und dann? „Ich will eigentlich nicht länger als ein Jahr planen, weiß nicht, was in vier Jahren ist, aber Olympia ist natürlich das große Ziel”, sagt Shari. Und dorthin - genau nach Pemberton Tal, nördlich von Whistler, wo die alpinen Skifahrer die Hänge herabjagen -führt sie nun der Weg ins Olympische Jugendlager. „Ich freue mich drauf”, sagt sie. Und natürlich besonders auf den Eistanz.
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