Für Senioren: Turnhalle soll Wohnraum weichen

Von: Felix Lennertz
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Aachen. Wer versucht, in Aachen eine halbwegs hübsche Wohnung zu einem bezahlbaren Mietpreis zu bekommen, sollte einen guten Draht zur Glücksfee besitzen - oder aber einen sehr langen Atem.

Denn Wohnraum ist knapp und wird immer teurer. Aachen gehört zu den Kommunen mit den höchsten Steigerungsraten bei den Mieten in ganz NRW. Schlüssig, dass der Wohn- und Liegenschaftsausschuss schon im September eine Wohnungsbauinitiative beschlossen hatte. Die Verwaltung lieferte daraufhin eine feine Mappe mit Grundstücken, die für größerflächige Wohnbebauung geeignet sein könnten - „streng geheim”, wie das Papier der Verwaltung vermerkt, da dort durchaus auch Grundstücke in privater Hand als mögliches Bauland identifiziert werden.

Die SPD-Fraktion hat nun eigene Ideen für die Umsetzung einer solchen Wohnungsbauinitiative - ihre Notwendigkeit bestreitet niemand ernstlich - vorgestellt und dem OB sogleich auch als Beschlussvorschlag zugeschickt.

Das Hauptaugenmerk legen die Sozialdemokraten auf die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. In Aachen laufen bei einem großen Teil der Sozialwohnungen die Bindungsfristen aus. Sie können dann zum Marktwert vermietet werden - „und dann wird die Situation auf dem Wohnungsmarkt für Menschen mit geringem Einkommen bedrohlich”, sagt Norbert Plum, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Nicht besser sieht es für Studenten aus. Hier gibt es einen regelrechten „Run” auf Studentenwohnungen.

Bisschen Luft verschaffen

Kern der SPD-Vorschläge: Die Stadt soll Grundstücke aus eigenem Besitz nutzen, um dort vorzugsweise öffentlich geförderten Wohnraum zu bauen, entweder mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewoge oder aber mit privaten Investoren. Zusätzlicher Charme dieser Idee: Die Verwertung dieser Grundstücke würde dem städtischen Haushalt ein bisschen Luft verschaffen.

Konkret geht es den Sozialdemokraten um zwei Grundstücke in Brand, an Heuss- und Schagenstraße. Wenn für die dort verfügbaren 14.000 Quadratmeter Grund ein Bebauungsplan aufgestellt würde, könnte dort recht zügig vernünftiger Wohnraum für Familien und Geringverdiener entstehen, sagt Manfred Kuckelkorn, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Untersucht werden soll zudem, ob zwei innerstädtische Grundstücke nicht als Wohnraum geeignet wären. Da ist zum einen das städtische Areal an der Reumontstraße, auf dem derzeit noch das Umweltamt der Stadt und das China-Haus stehen.

Zudem haben die Politiker einen Blick auf den Turnhallenkomplex in der Minoritenstraße geworfen. Er wird demnächst nicht mehr benötigt. An der Reumontstraße, direkt am mehr oder weniger brach liegenden Hinterland des Hauptbahnhofes, wäre reichlich Platz für günstiges studentisches Wohnen, nicht zuletzt ist der Standort auch wegen seiner Nähe zur Fachhochschule reizvoll. In der Minoritenstraße ist „stadtnahes Wohnen mit urbanem Flair” angedacht.
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