Aachen - Für Menschen, die kein Zuhause mehr haben

Für Menschen, die kein Zuhause mehr haben

Von: Nicolas Gaspers
Letzte Aktualisierung:
20 Jahre „Cafe Zuflucht”: An
20 Jahre „Cafe Zuflucht”: Anlässlich der Feierstunde gab die Trommelgruppe „Westafrikainitiative” eine Kostprobe ihres Könnens. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Worte von Oberbürgermeister Marcel Philipp sprachen für sich: „Die hohe Präsenz hier allein zeigt schon, wie sehr die Arbeit des Cafés wahrgenommen und geschätzt wird. Es ist die Aufgabe der Stadt Aachen und der Gesellschaft, mit diesen Menschen verantwortungsvoll umzugehen und dafür bracht man Strukturen, die zusammenführen, so wie es dieses Café tut”, lobte Philipp.

Gemeint ist das Café Zuflucht an der Zollernstraße.

Seit 1991 kümmert sich das Café Zuflucht um Flüchtlinge aus aller Welt, die aus vielen verschiedenen Gründen ihre alte Heimat verlassen haben, um in Europa ein neues Leben anzufangen. Krieg, Armut, persönliche Schicksalsschläge oder andere Motive führen die oft verzweifelten Hilfesuchenden auch nach Aachen, wo sie auf bessere Aussichten hoffen. So einfach ist ein Neuanfang aber nicht zu machen. Das wissen auch die Haupt- und Ehrenamtler der Hilfseinrichtung und so helfen sie den Menschen, die dringend Hilfe brauchen.

Vor allem bei den etlichen bürokratischen Hürden stehen die Helfer mit Rat und Tat zur Seite. Wohnungs- und Arbeitssuche, das Beantragen von Harz IV, Kindergeld oder anderer Sozialleistungen, Stellen eines Asylantrages oder Unterbringung in Schulen oder Kindergärten, das alles ist oft schwierig für die Betroffenen. Aber so vielfältig die Probleme der Flüchtlinge sind, so vielfältig ist auch das Hilfsangebot des Café Zuflucht. Gemeinsam mit vielen Netzpartnern wie der Caritas, Schulen, Gemeinden, Amnesty International und anderen versuchen die Helfer, möglichst vielen Problemen Abhilfe zu schaffen.

Und die Nachfrage ist hoch. 700 Betroffene nimmt das Café im Schnitt pro Jahr auf. Weil aber nicht jeder nur einmalig beraten, sondern auch lange begleitet wird, kommen da durchschnittlich 3000 Beratungen im Jahr zusammen. Zu schultern hat das Café diese Menge mit 2,5 Stellen und den Ehrenamtlern. Auch finanziell hat es das Café nicht leicht. 240.000 Euro Kosten müssen im Jahr bewältigt werden. Dabei helfen eine ganze Reihe von Sponsoren, viele Spenden, das Land NRW, die Sparkasse Aachen oder auch der Europäische Flüchtlingsfonds und weitere. Trotzdem ist das Geld immer knapp.

„Wir müssen immer schauen, wie wir über die Runden kommen”, erzählt Elisabeth Hodiamont, ebenfalls Vorstandsmitglied von Refugio, „das größte Problem ist, dass wir für ein Jahr fast immer in Vorleistung gehen müssen, weil wir erst nach einem Jahr genau wissen, welche der beantragten Fördermittel wir tatsächlich bewilligt bekommen haben.

Da bleibt manchmal das ein oder andere Loch”, erzählt sie weiter. Besonders dankbar ist man deshalb für die Unterstützung der Stadt Aachen, auf die man bisher immer habe bauen können. Das soll auch in Zukunft so sein, obwohl man auf die finanziell schwierige Lage der Kommunen Rücksicht nehmen müsse, versprach Philipp.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert