Aachen - Für Hollywood fehlt die richtige Kulisse

Für Hollywood fehlt die richtige Kulisse

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Aachen als Filmkulisse: Produzent Peter Kreutz (links) und Regisseur Michael Kupczyk haben im Schatten des Domes gedreht. Dabei durften die Filmautos auch über den Katschhof Foto: Andreas Steindl

Aachen. Hollywood gibt es in Aachen nicht. Jedenfalls keine Kulisse, in der sich ein Filmstudio der Marke Hollywood nachbauen lässt. Genau mit dieser Anfrage hatte sich ein Filmemacher dieser Tage an Renate Faßbender gewandt, doch die Leiterin des Aachener Stadtmarketing konnte ihm nicht weiterhelfen.

Aachen sei eben Hollywood. „So eine Location haben wir nicht”, sagt sie. Die Episode verrät aber einiges über die Filmstadt Aachen. Einmal sagt sie, dass die Stadt durchaus auf der deutschen Filmlandkarte positioniert ist.

Immer wieder gibt es Anfragen von sogenannten Locationsscouts, die Drehorte für die Produktionsfirmen suchen. Und weil die Stadt in der Datenbank der Filmstiftung NRW in Düsseldorf aufgenommen ist, gibt es für alle Filmschaffenden einen hübschen Überblick, was Aachen zu bieten hat. Und dabei geht es nicht so sehr um Dom und Rathaus. Es gibt um alte Fabrikhallen und schmucke Villen, um Kirchen und schnöde Kreuzungen. „Eine Bilderbuchkulisse ist nicht immer auch ein schöner Drehort”, sagt der Aachener Filmproduzent Peter Kreutz.

Die Episode um die Suche nach einer Hollywood-Studio-Kulisse erzählt aber auch, dass die Filmförderung in Aachen nicht mehr in einer Hand liegt. Seit der Pensionierung der städtischen Mitarbeiterin Brigitte Geduldig, die sich ausschließlich um die Betreuung von Filmprojekten in dieser Stadt kümmerte, hat das Stadtmarketing die Aufgabe übernommen - kommissarisch heißt es, also vorläufig. Pläne dies wieder neuzuorganisieren gibt es aber keine.

„Es war immer super, wie man hier in Aachen empfangen wurde. Die Stadt würde gut daran tun, wieder jemanden wie Brigitte Geduldig zu suchen. So sind wie in anderen Städten nicht unterstützt worden”, sagt Kreutz. Sein Film „Diamantenhochzeit” - gedreht im Jakobsviertel - feiert am Freitag um 20.30 Uhr im Eden-Palast bundesweite Kinopremiere. Für die Dreharbeiten mussten Straßen gesperrt werden. Das war alles kein Problem. Die Zusammenarbeit sei hervorragend gewesen, versichert Kreutz. Die Dreharbeiten waren im August 2008.

„Auch wir tun, was wir können und agieren so schnell wie möglich”, sagt nun Renate Faßbender. Aber das Stadtmarketing habe eben auch weit mehr Aufgaben, als sich um Filmdreharbeiten zu kümmern. Die Liste der Anfragen wird dennoch länger und länger. Camp Hitfeld wurden nun angefragt, aber dafür ist die Stadt nicht zuständig. Grundsätzlich seien Aachener (Film-)Motive auch immer Werbung für die Stadt, erklärt Faßbender. Wie hoch der Werbewert sei, daran hat die Marketingexpertin freilich ihre Zweifel.

Wenn Schimanski beispielsweise in der Pontstraße dreht, die Straße in der Filmstory aber in Antwerpen liegt, dann geht der Werbewert für die Stadt Aachen gegen Null. „Es ist ja nett, Schimanski in unseren Mauern zu haben, aber aus Stadtmarketingsicht hat es keine Rolle gespielt”, sagt Faßbender. Die Motive müssten eindeutiger sein, um die Stadt ins rechte Bild zu rücken. „Man träumt immer von eine Serie, wie Münster sie mit dem Tatort hat”, sagt Faßbender. Auf diese Anfrage hat sie aber bislang vergeblich gewartet.
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