Für einen Tag: Tausche Labor gegen Großbaustelle

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Freiwilligentag
Beim „Freiwilligentag„ versuchen sich diese Freiwilligen als Bäcker im Wohnheim der Lebenshilfe. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Nein, eigentlich sind Michael Scharpf und Michael Erberich auf dieser Baustelle nicht zuhause. Normalerweise gehen die beiden Doktoranden-Anwärter eher im Labor ihrer Arbeit nach und beschäftigen sich mit komplizierten chemischen Formeln und Reaktionen.

Doch für den „Freiwilligentag„ machen sie gern eine Ausnahme. Auf dem Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen” in der Siedlung Daheim helfen sie mit, das alte Feuerwehrhäuschen zu renovieren und wieder standfest zu machen. „Um Dinge in der Welt zu verändern, muss man eben mit dem Kleinen anfangen„, sagt Michael Scharpf während er Bretter zur Großbaustelle schleppt.

Das Grundgerüst steht bereits, nun geht es daran die Wände zu verkleiden. „Ich habe früher schon gerne gemeinnützige Arbeit gemacht und war von der Idee direkt begeistert.”

Der „Freiwilligentag”, der in seiner Form nach 2007 zum zweiten Mal in und mit 17 verschiedenen Einrichtungen und Institutionen in Aachen stattfand, soll Menschen langfristig für wohltätige Arbeit begeistern. Für jedes Projekt wurden je nach Aufgabe zwischen drei und zehn Freiwillige gesucht, die Resonanz war riesig.

Dabei schien längst nicht nur handwerkliche Hilfe gefragt, auch eifrige Bastler, ortskundige Reiseleiter, stimmungsvolle Sänger oder fleißige „Bäcker„ konnten ihr Können einen Tag lang unter Beweis stellen und anderen Menschen damit eine Freude bereiten.

Eine, die für ehrenamtliche Engagement nicht mehr extra begeistert werden muss, ist Elisa Drews. Sie ist zwar erst 17, doch wohltätige Arbeit gehört für sie längst zum Alltag. Die Schülerin betreut einmal in der Woche eine Seniorin in einem Aachener Altenheim.

Beim „Freiwilligentag„ hingegen versucht sie sich mit vier weiteren Freiwilligen als Bäckerin im Wohnheim der Lebenshilfe. „Mit anderen Menschen zusammen zu backen und ihnen damit auch eine Freude zu bereiten, ist wunderbar.” Mehrere Kuchen müssen gebacken und nachher mit den Heimbewohnern natürlich genüsslich verspeist werden.

Das alte Feuerwehrhaus auf dem Abenteuerspielplatz, mit seiner original Rutschstange für viele Kinder das Highlight überhaupt, fiel in den vergangenen Jahren wiederholtem Vandalismus zum Opfer. „Wir wollten es unbedingt wieder aufbauen”, erzählt Stephanie Uerlings vom Deutschen Kinderschutzbund. „Doch solch ein großes Projekt können wir alleine gar nicht stemmen.”

Da kommen die Doktoranden in spe gerade richtig. „Man kann ja auch mal Dinge tun, ohne immer direkt etwas zurückzubekommen”, stellt Michael Scharpf fest, der gerne noch an anderen Projekten teilgenommen hätte. Allein die Zeit dafür reicht nicht, das Feuerwehrhäuschen ist schließlich noch nicht fertig.
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