Für eine Welt mit mehr Gerechtigkeit

Von: Laura Hentz
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Einsatz für Menschenrechte in
Einsatz für Menschenrechte in aller Welt: Amnesty-International-Generalsekretär Wolfgang Grenz spricht auf der 50-Jahr-Feier in der Aula Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Stolz, aber nicht zufrieden. So beging Amnesty International sein 50-jähriges Jubiläum in der Aula Carolina.

Als besondere Gäste waren zwei ehemalige politische Gefangene eingeladen: Der politisch aktive Ibrahim Coban wurde in den siebziger Jahren in der Türkei in einem Scheinprozess als Staatsfeind zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Auch Maria Elena Bayola wurden ihre politischen Ansichten zum Verhängnis: „Ich gehörte zu den Leuten, die ein anderes Argentinien wollten. Doch ich musste schmerzhaft erfahren, wie schwer der Kampf für Demokratie ist.”

Der Amnesty-Bezirk Aachen setzte sich für die beiden ein - mit Erfolg! Nach Monaten und Jahren in Gefangenschaft kamen sie nach Deutschland, um hier in Freiheit neu anzufangen und sich für Menschenrechte einzusetzen. „Ich war überzeugt, dass eine andere Welt sein muss, eine Welt mit mehr Gerechtigkeit. Ich bin überzeugter denn je!”

Viel kritisiert

50 Jahre sind vergangen seit Peter Benenson seinen „Appeal for amnesty” veröffentlichte, um auf zwei Studenten aufmerksam zu machen, die im diktatorischen Portugal inhaftiert wurden, weil sie auf die Freiheit angestoßen hatten. Amnesty International war geboren.

„Wir wurden viel kritisiert. Für die einen waren wir Kommunisten, für die anderen CIA-Agenten. Aber damit konnten wir gut leben”, erinnert Wolfgang Grenz, Generalsekretär von Amnesty International. Denn der Einsatz für Flüchtlinge, Frauen- und Kinderrechte und gegen Folter und die Todesstrafe habe schon viele Menschenleben verändert.

Bei aller Freude über das Jubiläum vergaß Grenz jedoch nicht auf bestehende Missstände hinzuweisen. Er forderte einen offiziellen Abschiebungsstop nach Syrien: „Angesichts der dortigen Menschenrechtssituation gibt es keine Alternative, wenn man es mit den Menschenrechten ernst meint”, so Grenz.

Doch die Arbeit von Amnesty geschieht nicht nur auf der großen Bühne, sondern vor allem im Kleinen. Die Bezirkssprecherin Sabine Leßmann freute sich besonders über die langjährige aktive Arbeit der Mitglieder und das Interesse junger Menschen für die Menschenrechte.

Viel Interesse zeigten die Teilnehmer des Schulprojekts „Menschenrechte in Aachen - Ge-stern, Heute, Morgen”. Der Schirmherr des Projekts, OB Marcel Philipp, unterstrich: „Die Welt braucht Amnesty International!”

Schulprojekt findetviel Beachtung

Die besten Projekte eines Schulprojektes wurden im Rahmen der Feier geehrt: Den dritten Platz teilen sich der Geschichtskurs, Stufe 11 des Pius-Gymnasiums und der Kurs Sozial-wissenschaften der Stufe 10 des Kaiser-Karl-Gymnasiums. Der Geschichtskurs der Stufe 9 des Pius-Gymnasiums erhielt den zweiten Platz.

Erste wurden Pia Scholz und Roxana Khajehamiri aus der Stufe 10 des St.-Ursula-Gymnasiums mit ihrem Projekt „I believe people can change”, das die Biographien zweier jüdischer Schülerinnen beleuchtet, die nach der Reichspogromnacht das Gymnasium verlassen mussten.

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