Für eine „freundliche“ Monschauer Straße

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Eine freundliche Straße ist mein Wunsch“, teilte Umweltgestalterin Carmen Berck den nur 15 interessierten Bürgern mit, die sich im Restaurant „Zur Heide“ in Lichtenbusch zum geplanten Umbau der Bundesstraße 258/Monschauer Straße informieren wollten.

Sie wolle „beweisen, dass es besser werden kann“, so Berck, und setze gezielt auf Farbe, auf optische Veränderungen.

Für die Bürger ist dies erst einmal nicht leicht nachzuvollziehen. Warum eine freundliche Straße? Weil die Monschauer Straße Problemstellen habe, argumentiert Berck. Dadurch entstünden Gefahren für die Nutzer der Straße. Eine Möglichkeit zur Verbesserung sei die optische Veränderung einer Situation, damit sie anders wahrgenommen werde. „Wollen wir freundliches Verhalten auf dieser Straße, braucht sie eine freundliche Gestaltung.“ Dazu gehöre auch, in die geplante Lärmschutzwand viel Farbe hineinzubringen.

Die Reaktionen der Bürger hören sich allerdings anders an. „Grässlich“ und „grauenhaft“ sei es, aus dem Fenster auf eine Wand zu schauen. „Ich möchte diese Wand ja entsprechend gestalten“, beruhigte Carmen Berck. Sie wünschte sich von den Anliegern Anregungen, hat sich aber auch selber Ideen. „Diese Wand soll transparent sein, darauf werden farbige Bilder angebracht. Das wird gut aussehen“, schwärmte sie.

„Wir wissen genau, was wir wollen und was nicht“, schallte es von den Bürgern zurück. Und zwar auf keinen Fall eine Wand, auch keine gestaltete. Das Geld für eine Wand möge man lieber in Flüsterasphalt investieren. „Keine Verbreiterung, kein Lärmschutz!“, wurde gefordert. Kreisverkehr und dreispuriger Ausbau hingen ohnehin noch in „weiten Säcken“, so die Anwohner. Die „Eifeler“ seien zwar sehr an einem Ausbau interessiert, um rascher nach Aachen zu gelangen. Dies dürfe jedoch nicht auf Kosten der Dorfgemeinschaft Lichtenbusch und Oberforstbach gehen.

Apropos Lärm: War das an diesem Infoabend „viel Lärm um nichts?“ Steht Carmen Berck am Ende mit ihren „farbigen Ideen“ alleine da? Sie möchte, dass jeder Wunsch, jede Anregung geäußert werde, um auf die weitere Gestaltung Einfluss nehmen zu können. Und verrät: „Der KG Grün-Weiß Lichtenbusch ist eine Kreuzung auf der Monschauer Straße gewidmet.“

Auch die Familie Laschet und das „Zur Heide“-Team hätten ihr bereits Anregungen zukommen lassen: kleine Parkinseln für haltende Busse; keine vier Meter hohe Mauer zwischen Lichtenbusch und Oberforstbach, auch nicht in Farbe, sondern wenn überhaupt, dann aus Glas. „Wir hatten bereits über Jahrzehnte eine Grenze in unserem Dorf. Die ist nun fast 25 Jahre weg, wir möchten nicht wieder auf der anderen Seite abgegrenzt werden“ , erklärte Yannik Laschet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert